Absurde Grausamkeit: Medienkrieg auf Videoportalen

Psychological Operation Company Bagdad

Abwurf von Flugblättern über Bagdad, 3.8.2008.
Foto: Soldiersmediacenter/Flickr

Medienkrieg im Web 2.0

VideohinweisVideos von Kämpfen im Irak und in Afghanistan sind im Internet ohne Ende verfügbar. Viele stammen direkt aus Militär-Beständen. Operation Iraqi Freedom, die offzielle Website der von den USA geführten Besatzungstruppen im Irak, hat sogar einen eigenen YouTube-Channel eingerichtet – dieser wird allerdings nur sparsam mit neuen Bildern versorgt. Auf dem Schleichweg gelangen mehr Videos ins Web 2.0. Wer auf YouTube „Iraq war“ als Suchbegriff eingibt, wird schnell fündig. Auch von Soldaten gedrehte Amateurvideos landen dort, manchmal flott wie ein Musikvideo zusammengeschnitten und mit einem schnellem Rocksong wie „Black Betty“ von Spiderbait unterlegt. Die nächtliche Razzia in Häusern von Zivilisten als lustvolle Grenzüberschreitung?

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Infoschrottpresse

Tornado nahe Lombok Island, Indonesien

Stürmisch, aber unerforscht: das Liebesleben von Tornados. Foto: Nature Explorer/Flickr

Was an Gratis-E-Mail-Anbietern nervt, ist der Infoschrott, durch den man sich kämpfen muss, ehe man endlich die frisch eingetroffenen Spam-Nachrichten lesen kann. Müll wie: „Was wir beim Sex von Wirbelstürmen lernen können“, „10 Tipps für den Urlaub in Darfur“, „Mittagsschlaf – Krebsrisiko oder Beauty-Wunderwaffe?“. Und so weiter. Die übliche Machart liegt darin, diese „Artikel“ in kleinste Textpartikel aufzuteilen, damit der Leser sich durch unzählige Seiten klicken muss. Das sorgt für Page-Impressions. Und vielleicht kommt mal jemand, den dieser Betrug an seiner Neugier schwindelig macht, mit dem Cursor aus Versehen auf einen Werbebanner. [Weiterlesen…]

Urlauber an die Wand!

Warum für Rudi Dutschke Ferien konterrevolutionär sind

Der Urlaubsmonat August, dachte ich bisher, ist deswegen so unerträglich, weil sämtliche Freunde außerhalb der Stadt sind – im Süden, um dort mit „allen Sinnen zu genießen“. Rudi Dutschke belehrt mich in der Deutschen Wochenschau eines Besseren: Ferien sind konterrevolutionär.

Was Urlaub Menschen antun kann, belegt zudem eine Fotogalerie auf Einestages von „Volksvertretern im Urlaub“.

Liebe und Leben nach Zizek

Slavoj Zizek in Liverpool, März 2008

Zizek auf dem Podium: Er ist nicht einer,
er ist viele. Fotos: Andymiah/Flickr

Slavoj Zizek, Lacan-Interpret, Panel-Vitalphänomen und ehemals wichtigster zeitgenössischer Phrasenlieferant für Kunstpressetexte,  gibt sich ungewohnt einsilbig:

Guardian: What does love feel like?

Zizek: Like a great misfortune, a monstrous parasite, a permanent state of emergency that ruins all small pleasures.

Guardian: What is the most important lesson life has taught you?

Zizek: That life is a stupid, meaningless thing that has nothing to teach you.

Sehr symphatisch. Noch mehr Unartigkeiten im kompletten  „Guardian“-Interview.

Auf dem Filmset der US-Demokraten

DNC Denver 2008 Pepsi Center

Pepsi Center, Denver, 22.08.08. Foto: Barack Obama/Flickr

Die Tribüne sieht aus, als wäre das Ufo aus den Kinoträumen des jungen Steven Spielberg in einer Arena gelandet. Nur der Nebel fehlt, der in „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ Aliens und Menschen umwabert, bei der National Convention der US-Demokraten soll alles sichtbar sein, kein Detail der Inszenierung den Kameraobjektiven entgehen. [Weiterlesen…]