Stürmisch, aber unerforscht: das Liebesleben von Tornados. Foto: Nature Explorer/Flickr
Was an Gratis-E-Mail-Anbietern nervt, ist der Infoschrott, durch den man sich kämpfen muss, ehe man endlich die frisch eingetroffenen Spam-Nachrichten lesen kann. Müll wie: „Was wir beim Sex von Wirbelstürmen lernen können“, „10 Tipps für den Urlaub in Darfur“, „Mittagsschlaf – Krebsrisiko oder Beauty-Wunderwaffe?“. Und so weiter. Die übliche Machart liegt darin, diese „Artikel“ in kleinste Textpartikel aufzuteilen, damit der Leser sich durch unzählige Seiten klicken muss. Das sorgt für Page-Impressions. Und vielleicht kommt mal jemand, den dieser Betrug an seiner Neugier schwindelig macht, mit dem Cursor aus Versehen auf einen Werbebanner.
In den Celebrity-News, unverzichtbarer Bestandteil des Infomülls, wird der Mob der Zukurzgekommenen bedient: „Was sich diese Paris Hilton wieder herausnimmt: empörend!“ Oder Häme ergießt sich wochenlang über Britney Spears: „Das hat sie nun davon! Wär sie doch Bürokraft geworden wie unsereiner.“ Neidkultur in Reinkultur. Ich stelle mir vor, wie auf der ganzen Welt Mauerblümchen in ohnmächtiger Wut die neuesten Streiche der Hotelerbin Hilton verfolgen. Mit der Energie, die hier in negative Gefühle investiert wird, könnte man – anders eingesetzt – in einer Woche Utopia aufbauen. Okay, ich übertreibe – in zwei Wochen.
Zu Paris Hilton habe ich keine persönliche Meinung. Wir spielen einfach in verschiedenen Ligen. Obwohl: Ich hätte gern Schminktipps von ihr, wie man Gehässigkeiten der Umwelt an seiner Fassade abprallen lassen kann. Wie sie zum Beispiel bei den MTV Movie Awards 2007 der Bloßstellung durch die Komikerin Sarah Silverman standhielt, kann man nur als soldatisch bezeichnen.
Von dieser fiesen Provokation abgesehen, ist Silverman schon klasse: „Give the Jew Girl Toys“, „Youre Gonna Die Soon“.









