Ich muss dem Kollegen von Coffee and TV in seinem unermüdlichen Kreuzzug beipflichten: Bildergalerien in den Onlineausgaben der Tagespresse sind meist nichts anderes als „Klickschinderei“. Irgendwelches Bildmaterial von Agenturen oder freien Fotografen wird so für das Netz aufbereitet, dass Leser für eine magere Ausbeute an Interessantem möglichst viele Page-Impressions liefern. Und an dem traurigen Zustand vieler Bildunterschriften lässt sich ablesen, welche Relevanz die Redaktionen dem Onlinebereich beimessen. (Wie ich vor ein paar Tagen bereits beklagt habe, ist das auch die Masche von anderen Infoschrott-Produzenten im Internet.)
Es geht allerdings auch anders: Das zeigt das Webangebot des „Boston Globe“, der größten Tageszeitung New Englands – und zwar mit dem Fotonewsblog The Big Picture. Etwa 990 mal 620 Pixel messen die Fotos im Durchschnitt, sie füllen den Bildschirm meines Notebooks von Rand zu Rand. Größe allein ist natürlich kein Argument, die Auswahl macht den Unterschied. Aber zum Beispiel die beeindruckenden Aufnahmen von einer politischen Aktion des französischen Fotografen „JR“ in einem Slum von Rio de Janeiro, die in dem Fotoblog unlängst veröffentlicht wurden, würden in kleinerem Maßstab überhaupt nicht wirken. (Mehr zum Projekt: „Women are heroes“.)
Bei den Themen orientiert sich The Big Picture am Üblichen: Sport, Festivals, Hightech, Naturaufnahmen, Kriegsberichterstattung, eine bunte Mischung von allem, das visuell etwas zu bieten hat. Die großformatigen Bilder von Planeten in der Kategorie Astronomie haben es mir besonders angetan.




Neue Kommentare auf Texts for Robots