Die Sonne scheint. Das ist ein Befehl!

Eine der Geschichte, die sich um Nicolae Ceauşescu ranken, besagt, dass der kommunistische Staatspräsident den Wetterbericht im staatlichen Fernsehen fälschen ließ. Die Versorgungskrise seit den 70er-Jahren ließ in Rumänien auch die Brennstoffe knapp werden. Und so waren die offiziellen Temperaturen auf Befehl höher als die tatsächlichen. Vielleicht hatte sich der Autokrat auf diese Weise den Titel „Sohn der Sonne“ erworben….

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Spam-Streik der Nigeria-Connection

Ich bekomme fast keine Spam-Mails mehr, seit etwa zwei Wochen herrscht Ruhe im Isotank meines GMX-Accounts. Dass sie mir fehlen, durfte ich vor drei Tagen bemerken: Da verhakte sich doch noch mal eine E-Mail im Spam-Filter – hungrig nach Neuigkeiten öffnete ich sie sofort. Wie hat sich die Finanzkrise mittlerweile auf die V_agra-Preise ausgewirkt? Wie heißen die aktuell heißesten Girls aus Osteuropa? …

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Fehlfunktion des Kommentar-Feeds

Out of order

Der RSS-Feed für die Kommentare funktioniert offensichtlich nicht (mehr). Ich werde mich darum kümmern, wenn ich Zeit finde. Ansonsten hilft ein Blick auf die Seitenleiste der Startseite.

Update, 21. Januar 2009: Fehlerhaften Link beseitigt, Kommentar-Feed scheint ansonsten zu funktionieren.

Indien: Wie viele Tote machen die Nachricht?

„Wenn in Indien ein Fahrrad umfällt, sind gleich 500 Leute tot“, sagte der launige Chef vom Dienst in einem Nachrichtensender, für den ich vor ein paar Jahren gearbeitet habe, als wieder mal eine Agenturmeldung von einem Unglück durch den Ticker gekommen war. Diejenigen im Newsroom, die sich auf dem Karriereweg nach oben fühlten, lachten dazu vernehmlich.

Angedeutet war in der kaltschnäuzigen Bemerkung noch etwas anderes: dass es schon einer gehörigen Portion Leichen bedarf, damit eine Nachricht aus dem Subkontinent ins Programm genommen wird….

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Wir sehen uns im Can’t Fail Cafe

neon_cafe

Foto: Thomas Hawk (cc)

Ich weiss nicht, wie der Mann das macht. Durchschnittlich 35 Fotos stellt Thomas Hawk täglich in seinen Flickr-Account. Ich habe in Texts for Robots schon ein paar Mal Gebrauch davon gemacht – netterweise stehen die Bilder unter einer Creative-Commons-Lizenz.

Hawk hat ein Faible für Schaufensterpuppen, Straßen und Tunnels in Zentralperspektive, Schwarz-Weiß-Aufnahmen von verwinkelter moderner Architektur, Street-Art, Neon-Reklame amerikanischer Motels und Bars, alles Motive, bei denen sich den Profi-Fotografen aus meinem Freundeskreis wohl der Knipsfinger versteift. „Klischees!“, höre ich sie rufen auf den teuren Plätzen….

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Videodisco: Die Gemeinschaft der Verlassenen

Roy Orbison – „Only The Lonely“

Was bin ich froh, dass ich nicht als Lohnschreiberling für das Vermischte oder Feuilleton arbeite. Denn dann müsste ich an dem Zirkus um Jahrestage, runde Geburtstage und Todestage teilnehmen, der den Mainstream-Kulturjournalismus daran hindert, auch mal Leute zum Zug kommen zu lassen, deren Denken anderen Rhythmen folgt.

Und so kann ich anstelle eines Artikels zum 10. Todestag von Roy Orbison dieses Musikvideo ins Netz stellen. Anscheinend handelt es sich um einen Mitschnitt eines Live-Konzerts des King of Schmalz in Los Angeles 1987. Ich zitiere:

Only the lonely (dum-dum-dum-dumdy-doo-wah)
Know the way I feel tonight (oh-yay-yay-yay-yeah)

Das geht tief rein. …

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Mein Fleisch in der endlos gedehnten Sekunde

acetylsalicylic acid (Bufferin™)

Der Akku jedes nur erdenklichen Geräts ist leer, der SMS-Speicher des Handys ist voll, an den Festnetz-Anrufbeantworter wage ich mich gar nicht erst ran. Die Zahnbürste müsste mal ersetzt werden, auch etwa 50 Prozent der Glühbirnen in meinem Haushalt, die sich in den vergangenen zwei Wochen in einer perfiden Anschlagsserie selbst ins Jenseits befördert haben. Wann habe ich zuletzt E-Mails von Freunden beantwortet? Die 285 ungelesenen Einträge in meinem Google Reader machen mir Vorwürfe. Waren meine Augenringe schon immer so tief? Und am schlimmsten für die handverlesene Zahl von Lesern dieses Blogs: Warum kommen keine neuen Beiträge?

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Häuserkampf: Prenzlauer Berg den Dummen

Graffiti

Foto: Thomas Hawk (cc).

H. und B. sind nach Berlin gezogen, um hier eine neue Existenz zu gründen. Ihre Wohnung im Norden von Prenzlauer Berg war eine Bruchbude, die die beiden in monatelanger Arbeit bewohnbar gemacht haben. Das blieb offenbar nicht unbemerkt. Heute schrieb mir H. in einer E-Mail, dass jemand Urin in ihren Briefkasten gekippt hat. Und die Notiz hinterlassen hat, dass sie „nicht das Recht haben, diese Wohnung zu kaufen oder zu mieten“. Was für ein Recht? Das Faustrecht, das heißt die Notdurft, mit der hier ein „Eingeborener“ seine „deutsche Scholle“ gegen „Fremde“ verteidigt?

Dass die beiden nicht aus diesem Bezirk (und nicht aus Deutschland) stammen, ist unschwer zu erkennen. H. ist Österreicher, seinen Dialekt hört man leicht raus. B. kommt aus Paris, wo ihre Familie lebt, die in den 70er-Jahren aus Vietnam geflüchtet ist….

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