3 Kommentare zu „Häuserkampf: Prenzlauer Berg den Dummen“

  1. Katja

    Das ist: S.h.i.t., was da passiert ist – und der Blog-Eintrag interessant. Zwei Berlin-Sätze, die mir selbst in den vergangenen Tagen untergekommen sind und seither im Kopf herumgehen: „Berlin ist ein Märchenpark“ sowie „Ich fühlte mich wie Berlin.“ Mein ganz persönlicher Zugereist-nach-Berlin-Terror: Überwerfungen mit so gedachten Hauptstadt-Freunden. Aber: Das westdeutsche Mittelgebirge in mir ist stärker, und so lese ich Deine Roboter-Texte immer noch. Gruß, KK

  2. M.

    Ich bin mir leider nicht mal sicher, ob man die Verantwortlichen für solche Gemeinheiten unter den eindeutig zu identifizierenden linken und rechten Randgruppen findet.
    Am Ende der Rückreise von Deutschland nach Österreich, die aufgrund multiplen Versagens der DB zu einer 14 stündigen Hölle wurde, stieg ich um Mitternacht dann endlich ins Taxi nach Hause.
    Der Fahrer, um die 50, schulterlange, graumelierte Haare, Schnurbart und rethorisch eine typische Wiener Schnauze, war scheinbar froh, einen Gesinnungsgenossen in mir gefunden zu haben, nachdem ich ihn kurz über die misslichen Umstände der Fahrt aufgeklärt hatte.
    Es folgte eine Tirade über Wiener Magistrate und die dortigen unerhörten Umstände,
    die allesamt auf dem Rücken des kleinen Mannes und insbesondere auf dem des Autofahrers ausgetragen würden.
    Da ich vollkommen übermüdet war und mich mit den Problemen österr, Autofahrer und den Schikanen der Regierung nicht auskenne, habe ich freundlich genickt und es noch einigermassen lustig gefunden, wie energiergeladen der Typ agierte.
    Zur Zeit wohne er in einem Hotel, da es zu Hause bei seiner Freundin, der EDV versierten Checkerin, nicht so gut liefe, er sei aber auch schon vorher mal ein Jahr ohne Wohnung gewesen.
    Als wir fast am Ziel angelangt waren, kommt dann plötzlich der Hammer:
    er sei ja ganz gewiss kein Rassist, aber insgesamt sei es schon eine Frechheit, was hier im Lande passiere.
    Vor allem die Türken könnten sich scheinbar alles herausnehmen, aufgrund ihres Glaubens könnten die alle Gesetze umgehen, und ihre Gemüseläden auch ausserhalb der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten offenhalten.
    Schlussendlich bliebe nur eine Lösung – ein kleiner Adolf müsse wieder her, denn ohne Führer wird das alles nicht in den Griff zu bekommen sein.
    Das war der originale Wortlaut, und ich konnte nur noch schwach protestieren, weil es dann ans bezahlen ging.
    Wirklich Angst haben muss man leider mal wieder vor denen, die harmlos aussehen, im echten Leben unterprivilegiert sind und nur auf ihre Chance warten, Druck und Macht auszuüben.
    Ich will gar nicht wissen, wieviel Hass hinter gutbürgerlichen Mauern steckt.
    Grüsse aus wien, M.