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Dienstag, 27. Januar 2009, Kategorie: Literatur, Panoptikum, Praxis.

Schreiben, das echte, muss extrem spannend sein, sagt jemand wie ich, der wohl eher tippt, Textdateien öffnet, speichert, in Ordner verschiebt. Und sich dabei ziemlich unheroisch verhält. Das blitzkriegartige Bombardement durch Ideen zu bändigen und schreibend zu formen, das innere Erlebnis der  Schöpfung als Kampf auszuhalten – nur Ausnahmemenschen sind dazu in der Lage, fürchte ich (nach Betrachtung des Videos „Opposite of Writer’s Block“).

Der Text, der echte, ist wie ein brüllender Klaus Kinski am Set, man muss schon Werner Herzog genug sein, um ihm eine Knarre an den Kopf zu halten.

Taten wie diese sind an der Tastatur meines Notebooks kaum vorstellbar. Man sehe sich nur die lächerlichen Icons auf dem Desktop an! Der Soldat und Schreiber Ernst Jünger hätte Microsofts Clippy, die Büroklammer mit Helfersyndrom, standrechtlich erschießen lassen. Und die Technik selbst errichtet die Schreibblockade, ständig funkt irgendein Programm mit Update-Wünschen dazwischen.

Warum auch dieses Sicherheitsdenken? Ernest Hemingway hat als Schriftsteller die existenzielle Erfahrung Afrikas ohne Virenschutz bezwungen.



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