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Samstag, 21. Februar 2009, Kategorie: Film, Medien, Panoptikum.

Ezine Triple Canopy, Screenshot

Wer auf der Suche nach Informationen zum Militär‑ und Sicherheitsunternehmen Triple Canopy ist, kann gleich weiterklicken. Hier geht es um das gleichnamige amerikanische Magazin, dessen Online-Ausgabe ich soeben über die Delicious-Bookmarks von Cory Arcangel entdeckt habe.

So beschreiben die Macher ihr 2007 gestartetes Projekt: „Triple Canopy works collectively with writers, artists, researchers and other collaborators on projects that deal critically with culture and politics, and the ways people engage them, both online and in the world at large.“ Ein wenig sperrig diese Auskunft, aber dahinter steckt ein interessantes Ezine aus den USA, das stylish gestaltet ist, geschickt Videos aus Portalen wie YouTube und Vimeo integriert und seine Themen an den Schnittstellen von Popkultur und Internet, Kunst und Politik findet.

In der aktuellen Ausgabe, die vor Kurzem ins Netz gestellt wurde, geht es um „Idol Traffic“. Empfehlenswert: „Television for the People“, ein Artikel über die Arbeiten des Dokumentarfilmers Jeff Krulik, der in den 90er-Jahren mit einer Video-Dokumentation über Heavy-Metal-Fans bekannt wurde, die vor einem Judas-Priest-Konzert auf dem Parkplatz der Konzertbühne in Landover, Maryland, abhängen. Von „Heavy Metal Parking Lot“ (1986), so der Titel des Films, den Krulik zusammen mit John Heyne produziert hat, kann man auch einen Ausschnitt auf der Vimeo-Seite von Triple Canopy sehen. (Ein Interview mit Krulik dazu findet sich auf YuppiePunk.)

Mein Auto, mein Haus, meine Pornosammlung

Der ehemalige Discovery-Channel-Produzent Krulik hat ein Herz für Exzentriker, verschrobene Nerds und fanatische Fans jeder Art. Mit dem 1996 gedrehten Film „King of Porn“ hat er zum Beispiel Ralph Whittington ein Denkmal gesetzt. Der war bis zu seiner Pensionierung 2000 Angestellter der Library of Congress in Washington DC, unter anderem zuständig für das umfangreiche Telefonbuch-Archiv der Bibliothek.

Legendär wurde Whittington allerdings für seine gewaltige Pornosammlung, die er dem Filmemacher bei einem Rundgang durch sein Haus zeigt. Das Sammeln sei eine Weise gewesen, mit seiner Scheidung Mitte der 70er-Jahre fertig zu werden, sagte der ehemalige Archivar der „Washington Post“. Die erste öffentliche Vorführung des von Kruliks Filmporträt habe ihn mit Stolz erfüllt: „I called my ex-wife, and I said, I’d just like you to know that your ex-husband’s film was shown at the Kennedy Center last night.“

Mittlerweile hat Whittington seine Sammlung im Wert von etwa 100.000 Dollar dem Museum of Sex in Manhattan gestiftet.




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