Der letzte Mensch in Dubai

Dubai wackelt in der Finanzkrise. Das Steuerparadies wurde auf Pump gebaut, und die Ölpumpen geben kaum etwas her. Ein treffendes Zitat:

Dubai is the world’s worst business idea, and there isn’t even any oil. Imagine proposing to build Vegas in a place where sex and drugs and rock and roll are an anathema. This is effectively the proposition that created Dubai – it was a stupid idea before the crash, and now it is dangerous („Goodbye Dubai“).

Die „New York Times“ zitiert Berichte von postapokalyptischen Szenen nach der Flucht verschuldeter Ausländer:

With Dubai’s economy in free fall, newspapers have reported that more than 3000 cars sit abandoned in the parking lot at the Dubai Airport, left by fleeing, debt-ridden foreigners (who could in fact be imprisoned if they failed to pay their bills). Some are said to have maxed-out credit cards inside and notes of apology taped to the windshield („Laid-Off Foreigners Flee as Dubai Spirals Down“).

Hier eine neue Geschäftsidee: Vielleicht können die verlassenen Viertel der Stadt irgendwann als preiswerte Kulisse für die nächste Verfilmung von Richard Mathesons „I Am Legend“ dienen. Der letzte Mensch dort nimmt sich ein Vorbild an Will Smith und geht auf Falkenjagd in leeren, sanddurchwehten Straßen.

Und die an der Ausreise gehinderten Niedriglohnarbeiter aus Pakistan, Indien oder Sri Lanka, auf deren Ausbeutung die Bauwunder und Wolkenkratzer der Wüstenstadt beruhen („Building Towers, Cheating Workers“, Human-Rights-Watch-Bericht, 2006), mimen dann die bösen Horden, mit denen es der Überlebende zu tun bekommt – nach der Katastrophe auf der künstlichen Insel Palm Jumeirah hängen geliebene westliche Ex-Promis und Ruheständler, die zu Monstern mutiert sind.

Die italienischen Horrorfilmer haben, wenn mich nicht alles täuscht, Ähnliches beim Casting von Statisten für ihre Ripp-offs amerikanischer Splatterfilme in den 70er- und 80er-Jahren gemacht.

Schadenfreude über die Opfer der Krise ist normalerweise nicht mein Anliegen. Aber die Verweigerung eines Visums für die israelische Tennisspielerin Shahar Peer wegen angeblicher „Sicherheitsbedenken“ der Vereinigten Arabischen Emirate ist elend und lockert meine Tippfinger.

Update, 24. Februar: Eine Strafe von 300.000 Euro hat die Women’s Tennis Association (WTA) den Veranstaltern des Tennistuniers wegen des Ausschlusses der Sportlerin aufgebrummt, schreibt der „Kölner Stadt-Anzeiger“.