2 Kommentare zu „Berlin-Mitte-Girl, rette die Frontstadt vor der Fußgängerzone!“

  1. Katja

    “ (…) Orte in der Frontstadt, wo die Touristengruppen aus der restdeutschen Provinz nicht rituell vor sich hin murmeln (…)“ – Hm. Ich vermute, hier stecken gleich zwei Formulierungen drin, die viel über das über sich selbst erzählende „Berlin“ verraten.

    „Frontstadt“: Berlin also in der Schusslinie, Berlin kämpft – aber für wen? Für, äh, „uns“? Hat jemand drum gebeten? Für sich selbst? Kann man behilflich sein?

    „Restdeutsche Provinz“: Stellvertretend für das Gekröse im Umland also? Man könnte das lesen als rituelles Zugereisten-Bashing von rituell zugezogenen Berlinern.

    „Berlin“ in seiner von sich selbst entworfenen Fantasie – noch einmal eine andere These, aufgestellt nach vier Jahren persönlicher Anwesenheit: An keinem anderen Ort wiederholen sich die Gespräche so schnell, drehen sich so irr kichernd im Kreis, zitieren sich selbst so häufig und langweilen so bleiern wie in jenem Papier‑“Berlin“. In „Berlin“ geht es, aufgehängt an unterschiedlichen Topics, letztlich immer um „Berlin“. Und auf jeden kleinen Piekser aus der „restdeutschen Provinz“ reagiert „Berlin“ wie ein angestochenes Tiefkühlhühnchen, beleidigt und zänkisch. „Berlin“ ist – in all seiner mehrspurigen Alleen-Pracht – eigentlich sehr klein. Das ist überhaupt nicht schlimm. Es könnte sogar sympathisch sein. Nur bräuchte Berlin ein Quäntchen Selbstironie – am besten instant(ly). Oder vielleicht … Odenwälder Hüttenkäse, ein paar Erlanger Einkaufszentren, niedersächsische Gebrauchtwagenhandlungen oder Fußgängerzonen aus der Eifel.

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