
Foto: Craig Rodway (cc)
Das Blog Texts for Robots schaut in den Spiegel, bevor es das Haus verlässt. Regelmäßigen Lesern dürfte aufgefallen sein, dass ich mit der Typografie spiele und auch versuche, ein visuelles Thema, den Schwarz-Weiß-Kontrast, als Grundschema durchzuhalten. Meine Style-Experimente gehen nicht immer gut, die gefetteten Kapitälchen (Code bei Selfhtml) etwa, die ich vor ein paar Wochen verwendete habe, um den Textbeginn grafisch zu markieren, sehen in drei Viertel der Browser einfach daneben aus. Und die Schriftart Arial Black, die ich nun zu demselben Zweck einsetze, wird in diversen Browsern (zum Beispiel Internet Explorer und Opera) kursiv dargestellt. Nur Firefox erledigt hier wieder mal den Job wie gewünscht. Aber mit der leichten Schieflage kann ich leben.
Was ebenfalls gegen die Kapitälchen sprach, war das entscheidende Mehr an Aufwand, das sie beim Verfassen eines Blog-Beitrags kosteten – sie gerieten zur Bremse. An dieser Stelle lege ich überhaupt die Grenze für meine Ansprüche an Ästhetik fest: Eine visuell ansprechende Gestaltung soll mir Motivation dafür sein, Beiträge zu schreiben. Wird sie stattdessen zur Pflicht, dann schränkt sie meine Produktivität ein.
Wenn ich bis ins Detail liebevoll gestaltete Blogs betrachte (neu entdeckt: Castor und Pollux), hinter denen nicht eine Gruppe von Autoren und Designern steht, sondern ein Einzelkämpfer, dann fürchte ich daher um deren Fortbestand.
Wie soll man auch den selbst gewählten Standard einhalten und zugleich regelmäßig ausreichend Beiträge veröffentlichen, um die Traffic-Durststrecke zu überwinden, die am Anfang jedem Blogger droht? Hat man nicht unbegrenzt Zeit und Ausdauer für sein Online-Spielzeug, gelangt man als Perfektionist in Sachen Blog-Design wohl leicht unter einen Leistungsdruck, der mehr Frust als gute Laune produziert.
Dass mein Blog nicht als vollendetes Produkt in fremden Browsern landet, dass man ihm Arbeitsspuren, Versuch und Irrtum ansehen kann, betrachte ich jedenfalls nicht länger als Handicap. Es ist schließlich Eigenart des Bloggens, Work in Progress zu sein.




Zunächst vielen Dank für die Verlinkung!
Ich denke auch, dass Webtypographie zu einer wahren Plage werden kann, spätestens dann, wenn man sich um die verschiedenen Browser oder SEO einen Kopf macht.
Dennoch kann man mit einem soliden Grundstock an Funktionen arbeiten, der es einem ermöglicht, seinem Ziel recht nahe zu kommen. CSS ist da eine wahre Bereicherung.
Zum Textbeginn: IE7 stellt dank Cleartype Arial Black sauberer dar als Firefox oder Opera, aber (zumindest bei mir) wird der Text nirgends kursiv dargestellt.
Du könntest allerdings den Textbeginn stets mit einem einfachen auszeichnen, wärst dann für die Zukunft gewappnet und bräuchtest beim Umstylen nicht jeden einzelnen Artikel von Hand abändern. Es gibt sicherlich irgendwo da draußen Plugins, die dem Schreibbereich von WordPress selbst definierte Buttons hinzufügen, sodass man nicht immer alles selbst eingeben braucht. Andererseits gibt es da ja auch die Pseudo-Klasse :first-line, die zwar, wie der Name schon sagt, die erste Zeile eines Absatzes erfasst, aber immerhin Ähnliches vollführt. Dafür ist allerdings die Interpretation durch den Browser manchmal recht tricky…
Wieder eine andere Möglichkeit wäre es, ungenutzte HTML-Tags zu missbrauchen und per CSS so umzustylen, dass sie dann halt nicht mehr die typische Auszeichnung erhalten. Allerdings kommt dann schlechtes HTML bei raus, das von Screenreadern u.ä. Programmen falsch interpretiert wird.
Letztendlich wird man aber nie vor einem fertigen oder gar perfekten Blog stehen, wenn man sich wie wir mit so viel Hingabe an das Layout herantraut. Manchmal erwische ich mich auch dabei, wie ich viel zu Viel Zeit für ein kleines Detail investiere… und am Ende bin ich doch meist zufrieden mit dem Aufwand. :p
Also in diesem Sinne: Nie die Hingabe verlieren und ruhig auch mal am Blogdesign schrauben. Gutes Webdesign zeichnet sich durch kleine Details aus, die der Leser allein vielleicht nicht unbedingt wahrnehmen würde, aber in der Summe dann ein unschlagbares Gesamtbild ergeben!
Liebe Grüße
Nichts zu danken. Was first-line angeht: Das ist ein guter Tipp, meine CSS-Kenntnisse reichen nämlich gerade mal aus, um mit Firefox-Tools wie Web Developer nach Trial-and-error-Verfahren herumzuspielen.
Ich hab mir vor Jahren das mal alles durchgelesen (zumindest was man so braucht), es ist auf jeden Fall ein großartiges Kompendium für Webdesign.
Was Webtypographie angeht, ist auch http://webtypography.net/toc/ sehr nett. Da steht so ziemlich alles, was es zu dem Thema zu wissen gibt. Gerade beim Aufbau einer neuen Webseite oder beim Neudesign eine wertvolle Quelle.
Ich kenne zwar Web Developer nicht, nehme aber Firebug. Nicht nur hilfreich, wenn es irgendwo im Code zwickt, sondern auch durch die Live-Darstellung von geändertem Code ein wahrer Schatz. Nicht zuletzt kann man damit auch wunderbar andere Seiten erforschen…
Das Add-on Web Developer scheint ähnliche Funktionen zu haben wie Firebug. Wenn man sich Vergleiche im Netz durchliest, schneidet Letzteres tatsächlich besser ab. Andere empfehlen den kombinierten Einsatz. Ich hatte es schon installiert, es erschien mir damals allerdings als etwas verwirrend. Das Web-Developer-Tool bietet natürlich auch eine unübersichtliche Vielfalt an Funktionen, von denen man sich die nützlichen erst mal herauspicken muss.
Die Auflistung der Bugs im Innenleben des eigenen Blogs sorgt jedenfalls erst mal für schlechte Laune. Aber mit embedded Videos und nachlässig geschriebenen WordPress-Plugins am Start, braucht man sich nicht wundern …
Also ich kenn das problem mit den bremsen bzw. Templates selber sehr gut. Kaum hat man eins gefunden was einem gefällt, hat es kaum funktionen.
Und findet man dann endlich was gutes dann is der code net so toll oder hat zuviel schnick schnack und somit wieder langsam. Ich kämpfe auch seit monaten damit entweder was besseres zu finden oder das aktuelle zu verbessern.
Das problem ist ja nun wenn ich mir eins coden lasse weiss ich als „leihe“ ja nun auch nicht ob das soviel besser ist