5 Kommentare zu „Digitale Reanimation des Walt Whitman“

  1. Kristian

    Wirklich gruselig!
    Die Idee kam mir schon vor geraumer Zeit, als ich von der Digitalisierung eines Schauspielers las, um mit Hilfe der Daten, einen Film zu produzieren. Dann brauchen wir zukünftig nur noch die richtigen Parameter und schon reichen sich Goethe und Thomas Mann vollkommen realistisch die Hände.
    Was im ersten Augenblick irgendwie faszinierend und spannend klingt, entlarvt doch gleichzeitig unseren eigenen Voyeurismus, dem wir uns stellen müssen.

  2. Kristian

    @rp – Die Technikbegeisterung könnte zumindest auch einen Teil der durchweg positiven Kommentare auf YouTube erklären. Bis auf diesen von airamener: „i love all ur vids…these poems are food 4 d soul Sir….great day!“. Hier schwingt ja noch die Freude darüber mit, dass jemand die vielleicht vergessenen Inhalte der Werke mit den heutigen Mittel wieder an die Oberfläche holt. Was hier und da in Bibliotheken und Archiven versteckt ist, wird mit zwei Klicks wieder abrufbar. Hier kommen wir natürlich schnell in die Digitalisierungsdiskussion durch Google.
    Eine weniger schauerliche, aber dennoch realitätsnahe Umsetzung sind The Diary of Samuel Pepys. Dort entwickeln sich spannende Diskussionen in den Kommentaren. Nüchtern betrachtet schreibt uns hier aber auch ein Toter nahezu täglich einen Eintrag.
    Unter dem Strich sollte man hier einfach zwischen Inhalt und Realisation unterscheiden. Inhaltlich kann man sich über die alten Werke in unserem heutigen Alltag erfreuen. Bei der techischen Realisation ist es dann bei Pepys gelungen und bei Whitman einfach nur schlecht – etwas eigentlich Lebloses sieht uns an und spricht zu uns – eben gruselig.

  3. Kristian

    @rp – Ein wirklich spanndendes Thema, das aber nicht meins ist/war. Treffenderweise hast Du den Begriff der Intimität ins Spiel gebracht, die mehr in meine Richtung weist. Die Äußerung der Intimität in Blogs lebender Blogger sozusagen.
    Die beschriebene Reanimation in den Beispielen öffnet da ein neues Feld – oder wie Fontane meinte und Du mit dem Tod des Autors angedeutet hast – ein weites Feld.

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