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Mittwoch, 5. August 2009, Kategorie: Literatur, Panoptikum, Wirtschaft.

Okay, das ist Werbung, potenziell virales Marketing, wie die Social-Media-Berater dem Verlag Penguin wahrscheinlich versprochen haben, damit der einen Trailer zu Thomas Pynchons neuem Roman „Inherent Vice“ in Umlauf bringt. Ein YouTube-Trailer zu einem Buch? Wer wird da schon komische Fragen stellen – das kann man doch ruck, zuck im Blog einbinden, wenn einem sonst nichts einfällt. Wie hiermit geschehen.

Die Spekulation, der extrem öffentlichkeitsscheue Schriftsteller würde den Romanauszug im Trailer selbst vorlesen, kann man aber beenden, denke ich – zumindest wenn man zum Stimmvergleich die „Simpsons“-Folge von 2003 heranzieht, für die er seine Rolle tatsächlich selbst gesprochen hat. Fans beklagten damals den „Ausverkauf“ des Autors, den sie für seine Konsumkritik schätzten. Übrigens ist der Cartoon-Pynchon bei den „Simpsons“ ebenfalls mit Promotion für ein Buch beschäftigt. Das von Marge, nicht sein eigenes.

(via Filmtagebuch)

Nachtrag, 18. August: Ich habe mich offenbar getäuscht. Der Autor des „Wall Street Journal“-Blogs Speakeasy hat einen Experten für Sprechererkennung mit einer Analyse beauftragt, und der ist sich sicher, dass die Stimmen aus der „Simpsons“-Folge und dem Roman-Trailer derselben Person gehören.

Dass das Verschwinden des Subjekts, im Fall von Pynchon Teil seiner Inszenierung als Schriftsteller, mit dem Aufstieg der Forensik zu einer Art „Leitwissenschaft“ einhergeht, hätten sich wohl die Denker, die vor ein paar Jahrzehnten den „Tod des Autors“ proklamierten (und begrüßten), nicht gedacht. (Vor einiger Zeit hat der unvermeidliche Slavoj Zizek in einem Text über eine Gerichtsmedizin-Fernsehserie etwas Ähnliches geschrieben – mal sehen, ob ich den Artikel noch finde und verlinken kann …)




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