Zombies are people, too, möchte uns „Sponsor A Zombie“ (Vimeo) nahelegen, sie brauchen unsere Hilfe. Will jemand eine Patenschaft übernehmen? … So werden in der Therapie-Gesellschaft einmal mehr aus Tätern Opfer gemacht. An der Sozialarbeiter-Einstellung zu den Untoten ist ja Altmeister George A. Romero selbst schuld. Mit dem tollpatschigen und sympathischen Bub hat der Regisseur in „Day Of The Dead“ bereits 1985 der Bedrohung durch anonyme Massen einen Menschenfresser zum Liebhaben gegenübergestellt. Resozialisierung statt Kopfschuss – der Horror-Fan, der von dem Filmgenre gefälligst seine reaktionären Stimmungen gespiegelt bekommen möchte, war von dieser „Gutmenschen“-Perspektive auf die Zombie-Apokalypse wahrscheinlich bitter enttäuscht.
Bei der nächsten Fortsetzung Romeros „Dead“-Serie,„Land Of The Dead“ (2005), konnte man sich schon die Frage stellen, ob nicht Bub selbst das Drehbuch vefasst hat – als Abschlussarbeit seiner Abendschule. Thema: „Sozialkritik, die auch der Letzte versteht, im Horrorfilm der Bush‑Ära“. Es ist nur gerecht, dass die britischen Regisseure von „Shaun Of The Dead“ (2004), die die lebenden Toten endgültig zu Witzfiguren gemacht haben, zur Strafe in „Land Of The Dead“ mitspielen mussten.
Mehr zum respektlosen Umgang mit wandelnden Leichen: „Der Zombie-Flashmob. Und ein Flashback der 80er“.




Neue Kommentare auf Texts for Robots