Von Serienkillern, Ex-Cops, Models und der Weltverschwörung

Verfolgungsjagd

Der Besuch in der Videothek zeigt: Alles geht weiter, Serienmörder morden weiter in Serie, Models stöckeln unermüdlich über den Laufsteg, mit einem finsteren Geheimnis hinter der Schminke. Auftragskiller entpuppen sich von Mal zu Mal als komplexe, fast schon charismatische Charaktere; die fiesesten Verbrecher sind sowieso immer verkannte Genies. Bruce Willis ist schon wieder am Ende, geschieden, unrasiert und im Feinripp-Unterhemd. Und massenhaft Verschwörungen sind im Gang, ein Wunder, dass die sich nicht gegenseitig in die Quere kommen (Templer und Geheimbünde sind eben verschwiegen um die Wette). In Folterkellern wird weiterhin hart geschuftet – die Teenager, die dort einer nach dem anderen zu Hackfleisch verarbeitet werden, stammen aus der Casting-Massenabfertigung. Ausnahmslos jeder nerdige Außenseiter an der Highschool ist in Wahrheit ein Superheld, Vampir, Zauberer oder hat zumindest ein Dimensionstor entdeckt. Und Koffer voller Drogen oder Geld wandern ohne Pause durch Drehbücher, die in ein, zwei SMS Platz hätten. [Weiterlesen…]

„Syn Emergence“: Auf der kosmischen Baustelle

Das Video kam gerade über den Feed-Reader und platzte in den trüben Sonntagnachmittag: „Syn Emergence“ von Rich Bevan, anscheinend Teil seiner Abschlussarbeit im Architektur-Studium. Die Musik basiert auf einer Symphonie von Philip Glass. Mehr Informationen dazu im Blog Posthuman.

Bevan arbeitet experimentell an der Darstellung von Formen, Raum, Zeit und Sound. Ich möchte die Animation dennoch „gegenständlich“ nehmen, als Illustration einer Science-Fiction-Fantasie: Wie wäre es, bei der Entstehung von Himmelskörpern dabei zu sein? Oder sie selbst zu erschaffen? [Weiterlesen…]

Berliner Kohle-Winter in den 90er-Jahren

Ich habe mehrere Jahre in Berlin mit Kohle geheizt. Im ersten Winter nach dem Umzug saß ich noch gebannt vor der geöffneten Ofenklappe, warf in die Glut, was nur irgendwie brennbar war. Doch die Faszination war bald verdampft. Briketts aus dem Keller in den vierten Stock zu schleppen erinnert nicht mal entfernt an Lagerfeuerromantik. Andere scheuten die Mühe und blieben lieber gleich im Bett.

Rauch hing in den frühen 90er-Jahren über den Straßen im Prenzlauer Berg, färbte den Berliner Winter trüber, als er eh schon ist. Hie und da verschmorten Mülleimer, in denen heiße Asche gelandet war, manchmal den ganzen Tag lang. Was niemand so recht interessierte. Die Feuerwehr aber war in der Frontstadt im Dauereinsatz. [Weiterlesen…]