Wo ist mein Kontext? Ohne Orientierung in Tokio

In Tokio gibt es keine Straßennamen, und Häuser sind in der Reihenfolge nummeriert, in der sie errichtet wurden. Wer in einer europäischen Stadt aufgewachsen ist, verliert in einem solchen, für ihn fremden System die Orientierung. Umgekehrt geht es Japanern im Westen genauso. In diesem kurzen Auszug aus seinem TED-Talk kommt der Unternehmer und Musiker Derek Sivers auf die Unterschiede im Stadtplan zu sprechen, um auf die Schwierigkeit hinzuweisen, Annahmen, die man für selbstverständlich hält, von dem eigenen gesellschaftlichen Kontext in einen anderen zu versetzen. [Weiterlesen…]

Achtung, dieses Blog ist …

warnung_blog_ab_18

Texts for Robots ab 18 Jahren? Noch nicht, das ist nur ein Test, wie ein Warnhinweis für dieses Blog im Sinne eines streng ausgelegten Jugendschutzes im Internet aussehen könnte. Wenn schon, denn schon: Sollte nach einer Änderung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) eine Alterskennzeichnung für Web-Inhalte Pflicht werden, möchte ich die nicht so verstohlen anbringen wie manche Gaststätten den Auszug aus dem Jugendschutzgesetz. [Weiterlesen…]

„Sky“: Dubai im Zeitraffer

Vor ein paar Wochen hatte ich auf Texts for Robots ein ernstes Wörtchen mit dem schlechten Reise-Journalismus aus der arabischen Welt zu reden. Leider war das begleitende Abu-Dhabi-Video bald schon nicht mehr einzubinden. Dafür gibt’s nun Ersatz: „Sky“ von Philip Bloom, in Dubai im Zeitraffer gedreht. Der Vimeo-Filmer lässt keinen Zweifel daran, dass er ein Fan der Hightech-Metropole in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ist. So äußert er sich auch im Making-of-Bericht in seinem Blog.

Aber an meiner Vorstellung, die auf der Ausbeutung von weitgehend rechtlosen Niedriglöhnern errichtete Wolkenkratzer-Stadt könnte als Schauplatz einer neuen Verfilmung von „I Am Legend“ dienen, halte ich weiterhin fest. Und gegen „The dark side of Dubai“ hilft auch kein künstliches Licht.

Via Kraftfuttermischwerk.

Kino-Schrecken: Die Qual der Platzwahl

Alarmstufe Rot bei der Platzwahl im Kino

Foto: Jelle Druyts (cc)

Vorfreude und Befürchtungen hielten sich die Waage, wenn ich in meiner Heimatstadt, 100.000 Einwohner groß mit Eingemeindungen, ins Kino ging. Oft war der Ton zu leise, doch schlimmer noch: Nicht selten saßen Leute mit intensiven Körperausdünstungen um einen herum. Dann fraß sich der Geruch von Ammoniak durch die verbrauchte Luft zu den Nasenschleimhäuten. Ammoniak ist ein Abbauprodukt von Urin.

Ein weiterer Kino-Schrecken war in der bayerischen Provinz kaum anzutreffen: der Hühne, der sich vor einen setzt. Anders in Berlin. Dort rennen genügend lange Kerls herum, die mir mit meinen 1,74 Meter (so steht’s zumindest im Ausweis) die Sicht versperren. Ich bin deshalb gewarnt: Es ist ratsam, einen Platz zu wählen, vor dem schon ein Mensch von durchschnittlicher Körpergröße sitzt – um nicht hinterher, wenn der Film bereits läuft, durch einen riesenhaften Spätankömmling überrascht zu werden. [Weiterlesen…]

Deutsches Handwerk – ein Katastrophenfilm

Eine „Imagekampagne des deutschen Handwerks“? Dazu will ich meinen Beitrag leisten, indem ich den von der Agentur Scholz & Friends geschaffenen Katastrophenfilm hier hurtig einbinde. Der Werbespot, in dem Berlin sich in seine Einzelteile auflöst, kommt mit einem Tipp für den Ernstfall: Nach dem Untergang der Zivilisation ist es nützlich, jemand, der im vorherigen Leben einen Blaumann trug, an seiner Seite zu haben. Der sollte doch wissen, wie man Feuer macht. Darum heißt es auch bei der Handwerkskammer zum Konzept der Marketing-Kampagne: „Das Handwerk ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor – modern, innovativ und facettenreich.“

Gefunden bei postapocalypse.

Nachtrag: Eher unglücklich war das Timing der Kampagne. Die TV-Ausstrahlung des Werbespots begann wenige Tage nach dem Erdbeben in Haiti – im medialen Umfeld der Nachrichtenbilder aus dem Katastrophengebiet. Von Zuschauern kam deswegen Protest, wie die „Süddeutsche“ berichtet. Das habe den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) dazu bewogen, den etwa eine Million Euro teuren Spot zurückzuziehen.