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Sonntag, 28. Februar 2010, Kategorie: Film, Literatur.

Pünktlich zum Start von Tim Burtons „Alice in Wonderland“ in Londoner Kinos hat das British Film Institute die erste Verfilmung von Lewis Carrolls Kinderbuch ins Netz gestellt. Das Werk der Regisseure Cecil Hepworth und Percy Stow war ursprünglich zwölf Minuten lang, von dem stark beschädigten 35-Millimeter-Material konnten nur acht Minuten restauriert werden.

1903, als „Alice in Wonderland“ (YouTube-Direktlink) gezeigt wurde, waren seit der ersten Filmvorführung überhaupt gerade mal acht Jahre vergangen. Wie auf Screenonline zu lesen ist, war „Alice“ damals nicht in voller Länge, sondern nur in Ausschnitten zu sehen, sozusagen als Nummer in einer Revue. Das Publikum bekam eine bunte Mischung verschiedener Themen vorgesetzt. Dass Bilder sich auf der Leinwand bewegten, war faszinierend genug. Außerdem wurden kurze Stummfilm-Sequenzen neben Auftritten von Musikern und Akrobaten ins Varieté-Programm aufgenommen.

Der Tricktechnik zum Trotz: Die Grinsekatze grinst nicht

„Alice in Wonderland“ wirkt deshalb episodenhaft. Die einzelnen Szenen sind zum Teil um Filmtricks herum aufgebaut, die allein den Inhalt bilden (was gar nicht so weit vom heutigen Special-Effects-Kino entfernt ist). Der Zuschauer, der die literarische Vorlage nicht kannte, konnte sich zumindest am Spektakel erfreuen. Wie Alice schrumpft und dann zur Riesin wächst, ist tatsächlich gut gelungen. Ich hätte gern die Gesichter der Leute gesehen, die zum ersten Mal solche Leinwand-Tricks vor Augen hatten: Willkommen im Wunderland!

Als Vorbild für den Film dienten die Original-Illustrationen von John Tenniel für die Buchausgabe von 1865. (Tenniel hat auch politische Karikaturen für Zeitungen gezeichnet. Am bekanntesten in Deutschland ist die vom Rücktritt Bismarcks als Reichkanzler: „Der Lotse geht von Bord“.)

Die Grinsekatze, gezeichnet von John Tenniel

Die gute alte Zeichnung zeigt sich in einer Hinsicht dem Medium Film in seinem damaligen technischen Stand überlegen. Die Tricktechnik schaffte es zwar, die Grinsekatze ins Bild zu zaubern.

Alice im Wunderland und eine launische Grinsekatze

Aber vom Grinsen hält der fette Kater, der die Rolle der Chesire Cat übernommen hat, eher weniger. Vielleicht stand davon nichts in seinem Vertrag.

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Zu diesem Beitrag gibt es 2 Kommentare

  1. Posted Dienstag, 2. März 2010 at 19:58 Uhr | Permalink

    Dafür grinse ich jetzt…!
    Danke!
    Habe vor längerer Zeit mal versucht, die 1933er Verfilmung mit Cary Grant! und
    Gary Cooper zu erwerben, ist mir leider nicht gelungen. Die wartet bereits mit
    RICHTIG guten Tricks auf!
    Kann man sich ausschnittweise auch auf youtube anschauen…

  2. rp
    Posted Dienstag, 2. März 2010 at 21:53 Uhr | Permalink

    @Melanie – Für die Youtube-Videos hat wohl jemand seinen Fernseher abgefilmt, der Sound sägt sich böse ins Gehör. Habe übrigens gerade die Ankündigung gefunden, dass die von dir gesuchte Version Anfang März auf DVD rauskommt, allerdings in den USA.

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