November 2010
You are browsing the archive for November 2010.
JMStV: Vom Nachrichtenwert des gut inszenierten Abgangs
Heute rasten Empörung und Aufregung wie ein Tsunami durch die Blogs. Die Novellierung des JMStV war Topthema auf Rivva. Viele, ich zähle mich auch dazu, haben wohl auf ein Mal realisiert, dass das Gesetz nicht irgendein skurriles Bedrohungsszenario ist, mit dem man sich auf Netzpolitik-Seiten herumschlägt, sondern ab Anfang 2011 Wirklichkeit wird. Höchstwahrscheinlich, wie es im Augenblick aussieht.
JMStV: „undurchführbar und katastrophal“
Die Kanzlei Schwenke & Dramburg hat „17 Fragen zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag“ zusammengestellt. Ihre Einschätzung: „Das Gesetz wird von großen Teilen der Netzgesellschaft, Politikern, Juristen und Medienpädagogen als undurchführbar und in Auswirkungen für die unsere Kultur und Demokratie als katastrophal angesehen.“
Kontrollverlust, Hipster-Bashing, Panikmache, Zwangsislamisierung (Links zum Ende der Woche)
Was von der Woche bleibt: 1. Nicolas Cage, der König des Kontrollverlusts im Kino. 2. Ein Interview mit Wash Echte, auf dessen Blog Berliner Hipstern der Kopf gewaschen wird. 3. Kübra Yücel über Zwangsislamisierung. 4. Panikmache nach der Terrorwarnung – die Hysterie-Allianz von Politik, Medien und Web 2.0.
Jacques Lacan über den Tod
Ein leidenschaftlicher Vortrag von Jacques Lacan (1901–1981). Die Gestik beeindruckt, die Redepausen sind dramatisch, ja groß genug, dass sich darin die Subjektivität des in Seminarräumen geisteswissenschaftlicher Fakultäten übel beleumundeten bürgerlichen Individuums westlicher Herkunft in Konfetti verwandeln könnte.
Die Show ist aus, die Kamera läuft weiter
Die Dekoration fängt Feuer, jemand versucht zu löschen, vergebens. Die Sängerin dreht sich um, sie erkennt die Gefahr und flüchtet als Erste, die Cheerleader folgen. Die Show ist aus, die ganze Bühne steht in Flammen.
Brandschutz, der Angst macht
Während in den USA selbst die Vorbereitung auf einen Atomkrieg lustig rüberkommen kann (“Duck and Cover“), machen die Briten bei Warn-Sendungen keine Faxen. „Fire Prevention: Searching“ (1974) inszeniert mit subjektiver Kameraführung die Wahrnehmung einer Mutter oder eines Vaters bei der Durchsuchung eines ausgebrannten Hauses.
Medienkritik beginnt an der eigenen Tastatur
Die Eier werfenden Street-View-Fanboys, die sich als Spaß-Guerilla des Mega-Konzerns Google verdingten, haben eine Lehrstunde zum Mechanismus des Terrorismus erteilt: Ein vergleichsweise kleiner Anlass erzeugt über mediale Verstärkung eine riesige Wirkung.
Aus der Traum vom besseren Leben
Gekürzt wird ohne Gnade, auch der Traum vom besseren Leben kommt nicht ungeschoren davon: „Wer hat nicht schon mal davon geträumt, auf einer Superyacht anzuheuern, um in lauen Südseenächten Schampus auf der Flybridge zu servieren oder mit dem Dingi kurz mal Kaviar aus Monte Carlo zu besorgen?“
Berliner Blick auf Rest-Deutschland
Berliner nehmen Scherze über ihre Selbstbezogenheit gelassen, sie haben Nehmerqualitäten, und das nicht nur beim Länderfinanzausgleich.
Lesetipp: Computer-Gangster
Albert Gonzalez trug den schwärzesten Hut unter den Hackern, mit Datenklau und Kreditkarten-Betrug hat er in den Nullerjahren vermutlich Millionen Dollar Profit gemacht und ein Luxus-Leben wie aus einem Gangster-Film geführt. Als Informant für den amerikanischen Geheimdienst half er währenddessen – sozusagen im … »»
