Lorem ipsum dolor sit amet (Hajos Apple-Bashing)

Eines muss man Spiegel Online (SpOn) zugestehen: Die Redaktion weiß, wie man den Traffic auch an einem Sommerwochenende zum Brummen bringt. Indem man mal schnell Hajo Schumacher, angeblich „Ex-Fan“ der Marke, einen Apple-Bashing-Text schreiben lässt, der auf kein Reizwort oder Vorurteil der Gegner des Konzerns und seiner Kunden verzichtet: Snobismus, Möchtegern-Hipstertum, Sektierertum, Drogensucht. Und schon tippen sich die Leser brav in Rage oder klicken den Rant ihren Facebook-Freunden in die Timeline, bis der Like-Button knirscht (mehr als 10.000 Empfehlungen bis Sonntagabend). [Weiterlesen…]

Das Geschlecht von Blog (und die Rache des Internets)

Wenn ich beruflich die Texte anderer verarzte, sorge ich dafür, dass diese in der Internet-Gemeinde nicht zu Verärgerung führen können. Ach ja, „Internet-Gemeinde“ gehört zu den Ausdrücken, die ich den Autoren oder Redakteuren auszureden versuche. Keine Diskussionen gibt es bei dem Genus des Substantivs „Blog“: Das ist ein Neutrum, man sagt oder schreibt „das Blog“, so habe ich es online gelernt – obwohl der Duden bei Blog neben dem dominanten sächlichen Geschlecht auch das männliche erlaubt. [Weiterlesen…]

SoundCloud via RSS-Feed abonnieren

RSS-Icon, schwarz-weiß

Um im Netz neue Musik zu entdecken, nutze ich neben dem Aggregator Hype Machine, über den ich eine Reihe von Blogs abonniert habe, auch SoundCloud. Den DJs, Bands und Labels, die mich interessieren, dort zu folgen war bisher ein wenig mühsam. Regelmäßig musste ich ihre Profile aufrufen, um zu sehen, ob es Neues gibt. Einen Account wollte ich nicht anlegen – schließlich produziere ich nichts, was ich auf die Plattform hochladen könnte. Und SoundCloud bietet keine eigenen RSS-Abos für Profile an.

Eine Alternative verspricht Cloud Flipper, ein externes Tool, mit dem man ein beliebiges SoundCloud-Profil oder die Tracks einer Gruppe in einen RSS-XML-Feed konvertieren kann. Die Url, die Cloud Flipper erzeugt, kopiert man einfach in den Reader, und schon lassen sich Feeds direkt dort abonnieren. Ich habe den Dienst in der vergangenen Woche im Google Reader getestet, leider mit nicht immer überzeugendem Ergebnis – die Updates ließen manchmal mehrere Stunden auf sich warten. Bei Tracks mit niedrig angesetztem Download-Limit hat man so einen Nachteil.

Via Kraftfuttermischwerk.

Nachtrag, 22. August: Mittlerweile hat sich die Verzögerung auf durchschnittlich ein bis zwei Stunden eingependelt. Das ist okay. Bis SoundCloud selbst RSS-Feeds einführt, werde ich Cloud Clipper weiterhin nutzen – und empfehlen.

Unbezahlt arbeiten? Harlan Ellison is not amused

Nach diesem lustigen Wutausbruch von Harlan Ellison wird es sich jede weitere Firma überlegen, ob sie den Drehbuchautor und Science-Fiction-Schriftsteller um unbezahlte Arbeit bittet. Sein Rant ist auch kathartisch für alle Freiberufler, die sich regelmäßig anhören müssen, dass ihr Name mit einem Produkt in Verbindung gebracht werde, sei doch klasse PR und viel mehr wert als Geld auf dem Konto.

Gefunden bei The New Inquiry, einem lesenswerten amerikanischen Web-Magazin, das ich als Neuzugang im RSS-Reader begrüße.

Mehr als nur Ruinen: Detroit-Techno in einer Musik-Dokumentation von Resident Advisor

Detroit, seit Jahrzehnten im ökonomischen Niedergang, hat sich zur Resterampe für Freunde von Grusel-Bildern urbanen Verfalls entwickelt. Angesichts der Schwemme sensationalistischer Berichte in den Medien und Klickstrecken im Internet ist in den USA die Rede von „ruin porn“, Ruinenpornografie. Jedes Lebenszeichen aus der Stadt ist daher zu begrüßen. Dazu rechne ich die kurze Techno-Dokumentation „Real Scenes: Detroit“, die Resident Advisor, ein Web-Magazin für elektronische Musik, vor zwei Tagen ins Netz gestellt hat.

Das Video bietet viele Talking Heads, etwa vom Label Underground Resistance, aber kaum Archivaufnahmen von DJ-Legenden und schwitzenden Tänzern in den illegalen Partys der 90er-Jahre. Nachtleben-Nostalgiker wird das enttäuschen. Dafür kann man dabei zusehen, wie Techno-Produzent Mike Huckaby (Interview) in dem Projekt YouthVille Jugendlichen Beat-Making und die dazugehörigen Software-Kenntnisse beibringt. Musik als Kreativwirtschaft: Was anderswo als Schlagwort für Stadt-Marketing dient, kann in einer postindustriellen Brache wie in der ehemaligen „Motor City“ Detroit Hoffnung wecken.

Via Music is my Sanctuary.

Mehr zu Schaulust und Postapokalypse: Für die März-Ausgabe des Kunstmagazins „Monopol“ habe ich den Fotoband „The Ruins of Detroit“ von Yves Marchand und Romain Meffre rezensiert.