Augenzeuge
Es ist wahr, ich war da, ich habe es gesehen.
Online-Diskussionen zum Verrückt-Werden
Paranoia live: Es ist kurz nach 22 Uhr, plötzlich öffnet sich die Tür der Straßenbahn. Eine Frau tritt ein und beginnt lautstark einen Monolog. Ihre Stimme ist klar, wirr dagegen der Inhalt ihres Vortrags: Geheimdienste, Gedankenkontrolle, Strahlen. Die Begegnung am Berliner Alexanderplatz erinnert an manche Online‑“Diskussion“.
Kino-Schrecken: Die Qual der Platzwahl
Foto: Jelle Druyts (cc) Vorfreude und Befürchtungen hielten sich die Waage, wenn ich in meiner Heimatstadt, 100.000 Einwohner groß mit Eingemeindungen, ins Kino ging. Oft war der Ton zu leise, doch schlimmer noch: Nicht selten saßen Leute mit intensiven Körperausdünstungen um einen … »»
Etwas Besseres als der Dezember
Robert Henri: „Snow in New York“ (Wikimedia) In Berlin fahren zwar eher selten Pferdewagen durch die Gegend, und Schnee liegt noch nicht, aber das vor über 100 Jahren gemalte Bild „Snow in New York“ des amerikanischen Künstlers Robert Henri bringt die Tristesse, … »»
Sieben Mal Prenzlauer Berg: Der Untergrund lebt
Widerstand. Zwischen den Treppenaufgängen zum U-Bahnhof Eberswalder Straße proklamiert ein hochgewachsener Punk mit erregter Stimme: „Katzen sind Anarchisten, die kann man nicht erziehen.“ Dabei zerrt er seinen Hund an der Leine immer wieder zu sich. Seine einzige Zuhörerin, eine gebrechlich wirkende, alte … »»
Die Frau in Rot und der Mann mit der Kamera
Eine Frau, Mitte 30, ganz in Rot gekleidet, saß auf einem Barhocker an einem einzelnen Tisch. Sie wandte den Menschen, die das Café in Prenzlauer Berg betraten und zur Theke gingen, den Rücken zu – doch nur halb, sodass die anderen Gäste einen … »»
Als Geisel der Frühlingsgefühle
Foto: Adam Piggott (cc) Die Häuser im Prenzlauer Berg scheinen immer mehr Menschen freizulassen, und ja, die Straßen dehnen sich aus, um die vielen aufzunehmen – so breit waren sie vor einem Monat noch nicht. Die Kollwitzstraße, an der ich den ersten Kaffee … »»
Berlin am Rand der Massenkarambolage
Pure Pein stand im Gesicht des jungen Mannes, der durch die Menschenmenge direkt auf mich zustürzte, eine Kollision schien unvermeidbar. Sein Gesichtsausdruck machte klar: Er war nicht einverstanden mit dem Weg, den sein Körper eingeschlagen hatte, doch er fühlte sich ihm ausgeliefert. … »»
Flirt in der Rushhour
Zwischen den Stationen Mohrenstraße und Stadtmitte füllte sich der Wagen der Berliner U-Bahn-Linie U2 mit jungen Männern aus den umliegenden Bürohäusern. Abschätzig musterten sie gegenseitig ihre billigen Anzüge. Einer von ihnen hatte sich frech zur Sitzbank vorgedrängt. Breitbeinig sitzend nahm er dort … »»
Das Taumeln der Wünsche am Hackeschen Markt
Foto: Thomas Hawk (cc) Sie kommt aus dem Schuhgeschäft geschossen, die Plastiktüte mit der eben erworbenen Ware im festen Griff. Entschlossen stürmt sie nach rechts, die Rosenthaler Straße hinauf, doch wenige Schritte nur, und schon strauchelt sie, fast scheint es, als würde … »»
