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	<title>Texts for Robots &#187; Betroffenheitslyrik</title>
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	<description>Ein Blog zu Pop und Politik, Medien und Netzkultur aus Berlin (rpzine.de)</description>
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		<title>Computerliebe: &#220;ber Fremdk&#246;rper und die Intimit&#228;t mit Technik</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 13:08:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betroffenheitslyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Neuanfang mit Anpassungsschwierigkeiten: Das Touchpad meines MacBooks ist ein Instrument, mit dem man pr&#228;zise und intuitiv arbeiten kann. Doch selbst eine Woche nach dem Kauf fiel mir, dem jahrelangen Nutzer eines PC-Notebooks, die Umstellung immer noch schwer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Neuanfang mit Anpassungsschwierigkeiten:</strong> Finger&uuml;bungen, Stellungen des Armes, automatische Folgen von Gesten &ndash; das Touchpad meines MacBooks ist ein sensibles Instrument, mit dem man pr&auml;zise und intuitiv arbeiten kann. Doch selbst eine Woche nach dem Kauf fiel mir, dem jahrelangen Nutzer eines PC-Notebooks, die Umstellung immer noch schwer.</p>
<p>Der Browser st&uuml;rzte nach unten, auf den Footer einer Website, dann vergr&ouml;&szlig;erte sich mit einer unbedachten Bewegung der Bildschirminhalt. Dies kontrolliert nachzuvollziehen gelang mir aber zun&auml;chst nicht. Durch die Textverarbeitung stolperte ich auf dem neuen Ger&auml;t ebenfalls, als sei ich betrunken. Ich musste vieles loswerden, was &uuml;ber die Jahre in Fleisch und Blut &uuml;bergegangen war.</p>
<p><img class="aligncenter" title="Silver Hand" src="http://farm1.static.flickr.com/28/43103563_ee4a2ee0bd.jpg" alt="" width="375" height="500" /></p>
<p style="text-align: center;">Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/raulc/43103563/">Ra&uacute;l!</a> (<a title="Creative-Commons-Lizenz by-nc-nd" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.de">cc</a>)</p>
<p>Die Entkoppelung automatischer Abl&auml;ufe ruft ins Ged&auml;chtnis, wie k&ouml;rperlich das Arbeiten mit einem solchen Hightech-Spielzeug doch ist. Funktioniert sie ungest&ouml;rt, bleibt die eigene Verschmelzung mit Technik meist unbewusst.</p>
<p>Die Intensit&auml;t dieser Verschmelzung wird auch durch die Bereitschaft bestimmt, etwas Nichtmenschliches nahe an sich heranzulassen. Unterschiede in den N&auml;hegraden sind mit ein Grund, warum Diskussionen &uuml;ber den Gebrauch von Technik so schnell emotional werden k&ouml;nnen. &bdquo;Nerds&ldquo;, die den Computer in ihr Leben integriert haben und online ihren Alltag mit den verschiedenen Plattformen synchronisieren, die sie nutzen, sto&szlig;en dabei auf Sp&auml;teinsteiger oder Verweigerer, f&uuml;r die das Ger&auml;t ein Fremdk&ouml;rper bleibt (und ihnen im Beruf fast nur als Zumutung begegnet).</p>
<p>Man setzt sich &uuml;ber Organe auseinander: Was f&uuml;r manche wie eine von  Nervengewebe umschlossene Prothese ist, bleibt f&uuml;r den anderen eine  elektronische Fu&szlig;fessel. Die Druckstelle l&auml;sst den Zwang sp&uuml;ren. Und die einen halten das Notebook stets griffbereit, nehmen es sogar mit ins Bett; andere haben das Zimmer ihres ausgezogenen Kindes in einen Computer-Arbeitsplatz umfunktioniert. Ein Ort, der abwesende Intimit&auml;t f&uuml;hlbar macht.</p>
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		<title>Google-Blues: Wo bleibt der Long-Tail-Effekt?</title>
		<link>http://rpzine.de/2010/01/google-blues-wo-bleibt-der-long-tail-effekt/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 13:12:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vergangenen Dezember fiel mir auf, dass der von Google erzeugte Traffic auf meinem Blog einen neuen Tiefststand erreicht hatte. Meine Vermutung damals: Das ist eine erste Auswirkung der personalisierten Suche, die Google ungefragt als Standard f&#252;r jeden Nutzer eingef&#252;hrt hat und ihm ... <a href="http://rpzine.de/2010/01/google-blues-wo-bleibt-der-long-tail-effekt/" title="weiter im Text">&#187;&#187;</a>
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<li><a href='http://rpzine.de/2009/03/mikrotexte-selbstvertextung-ich-mikroben-mein-twitter-start/' rel='bookmark' title='Mikrotexte, Selbstvertextung, Ich-Mikroben'>Mikrotexte, Selbstvertextung, Ich-Mikroben</a></li>
</ul>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vergangenen Dezember fiel mir</strong> <strong>auf</strong>, dass der von Google erzeugte Traffic auf meinem Blog einen neuen Tiefststand erreicht hatte. Meine Vermutung damals: Das ist eine erste Auswirkung der <a href="http://googleblog.blogspot.com/2009/12/personalized-search-for-everyone.html">personalisierten Suche</a>, die Google ungefragt als Standard f&uuml;r jeden Nutzer eingef&uuml;hrt hat und ihm auf sein bisheriges Suchverhalten abgestimmte Ergebnisse anzeigt (<a href="http://www.seo-strategie.de/blog/google-personalisierte-suchergebnisse/777.html">Tipp zum Deaktivieren</a>). Man kann sich <a href="http://seo2.0.onreact.com/12-effects-google-personal-search-will-have-on-seo-blogging-social-media-and-the-web-as-whole">ausrechnen</a>, dass die <strong>Gewinner der Personalisierung</strong> die Big Player unter den Websites sein werden, die sowieso schon die obersten Pl&auml;tze im Ranking belegen: Wikipedia, Shopping-Portale wie Amazon und nat&uuml;rlich Spiegel Online und Co.</p>
<p>Weitere Nachforschungen ergaben aber den Hauptgrund f&uuml;r den Besucherschwund: Reihenweise &auml;ltere Blog-Beitr&auml;ge sind <strong>aus dem Index verschwunden</strong>. Laut <a href="http://www.google.com/webmasters/tools/?hl=de">Webmasters-Tools</a> hat Google von 186 via <a href="http://rpzine.de/sitemap.xml">Sitemap</a> &uuml;bermittelten Urls 129 indiziert. Also k&ouml;nnen etwa 30 Prozent aller Beitr&auml;ge nicht mehr mit der Suchmaschine gefunden werden. Beunruhigend fand ich, dass viele l&auml;ngere Texte (ich vermisse schmerzlich <a href="http://rpzine.de/2009/04/mexiko-stadt-ansteckende-bilder-der-katastrophe/">diesen</a> und <a href="http://rpzine.de/2009/11/pop-recycling-und-retro-kultur-auf-allen-kanaelen/">diesen</a>) nicht mehr gelistet sind &ndash; im Unterschied zu allerlei Kleinkram.</p>
<p><span id="more-357"></span></p>
<p><img style="border-right-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px" title="Google, schick mir deine Bots!" src="http://rpzine.de/wp-content/uploads/2010/01/screenshot-google-deutsch-1.jpg" border="0" alt="Google, schick mir deine Bots!" width="400" height="183" /></p>
<h4>Warten auf den Long-Tail-Effekt: Zeitverschwendung?</h4>
<p>Was besonders &auml;rgerlich ist: Unter den aus dem Index geworfenen langen Beitr&auml;gen sind gerade solche, die mit gro&szlig;em Aufwand an Recherche verbunden waren. &Uuml;ber sie kam mit der Zeit ein steter Strom von Besuchern: der viel beschworene <a href="http://www.wired.com/wired/archive/12.10/tail.html"><strong>Long Tail</strong></a>. Ich betrachtete sie deshalb als Backstage-Eing&auml;nge des Blogs, habe sie kontinuierlich &uuml;berarbeitet, erg&auml;nzt und Links zu weiterf&uuml;hrenden Informationen hinzugef&uuml;gt (etwa <a href="http://rpzine.de/2009/07/eddie-adams-die-geschichte-des-saigon-execution-fotos/">diesen</a>). Und nun sind sie Dateileichen.</p>
<p>Die Kriterien daf&uuml;r, welche Webseiten im Index bleiben und welche nach einiger Zeit rausgekickt werden, w&uuml;rden mich mal interessieren. Dass gerade die informativen Beitr&auml;ge im Abfluss landen, verst&ouml;&szlig;t massiv gegen die Jobbeschreibung einer Suchmaschine (man kann sie leider nicht feuern) &ndash; und widerspricht im &Uuml;brigen Tausenden von schlauen <strong>Ratgeber-Artikeln</strong>, die einem zu erkl&auml;ren vorgeben, wie man sein Blog gut im Netz platziert.</p>
<p>In einer sogenannten Nische vor sich hin zu arbeiten, &bdquo;sein Ding&ldquo; zu machen und auf den Long-Tail-Effekt zu warten ist unter diesen undurchsichtigen Bedingungen sinnlose <strong>Zeitverschwendung</strong>. Meine Lust, weiterhin viel Arbeit in aufwendige Texte f&uuml;r die Robots zu investieren, geht jedenfalls erst mal gegen null (dagegen hilft auch keine <a href="http://rpzine.de/2009/01/vorbild-new-economy-meine-erfolgsgeschichte/">Selbstironie</a>). Deswegen war hier in den vergangenen Wochen auch Sendepause.</p>
<p>Es geht ja nicht nur mir so. Vom Schwund ehemals indizierter Webpages berichten viele Webmaster, man muss sich nur mal auf den Foren umh&ouml;ren. Vor allem betroffen sind nat&uuml;rlich die Betreiber kleiner Seiten oder Blogger knapp &uuml;berhalb der Wahrnehmungsschwelle.</p>
<p>Und die L&ouml;sung f&uuml;r das Problem hei&szlig;t in erster Linie: <strong>Backlinks</strong>. Ohne Links auf die eigene Website wird man nichts in der &Ouml;konomie der Aufmerksamkeit des Internets. Dabei ist Texts for Robots bisher weitgehend leer ausgegangen.</p>
<p><img style="border-right-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px" title="Was tun gegen den Traffic-Schwund: gnadenlos Eigenwerbung?" src="http://rpzine.de/wp-content/uploads/2010/01/screenshot-google-deutsch-2.jpg" border="0" alt="Was tun gegen den Traffic-Schwund: gnadenlos Eigenwerbung?" width="400" height="175" /></p>
<h4>&Uuml;bertriebene Eigenwerbung statt sozialer Filter</h4>
<p>F&uuml;r den Blogger, der ohne Netzwerk an den Start geht und daher ohne Verlinkung auskommen muss, gilt die Losung: <strong>Eigenwerbung</strong> ohne Gnade. Die nimmt tats&auml;chlich &uuml;ble Formen an: Das ganze Marketing zieht eine Schleimspur durchs Netz. Twitter hat sich deswegen in einen PR-Rummelplatz verwandelt.</p>
<p>Und <strong>Bookmark-Dienste</strong> sind f&uuml;r die Suche nach Lesenswertem kaum mehr zu gebrauchen, da &uuml;bereifrige Webmaster jedes Fitzelchen, das sie neu auf ihre Seite stellen, als den absoluten Hammer empfehlen, und das gern auf mehreren Accounts zugleich. Der gr&ouml;&szlig;te Stumpfsinn wird am eifrigsten beworben.</p>
<p>Ich verlinke ebenfalls eigene Beitr&auml;ge &uuml;ber die <a href="http://twitter.com/Mikrotexte">Mikrotexte</a> oder, sehr selten, &uuml;ber meinen Bookmark-Account. Aber nicht jede Kleinigkeit, die sich auf diesem Blog tut. Etwas Objektivit&auml;t den eigenen Texten gegen&uuml;ber kann nicht schaden: Das sollte man als sogenannter <strong>sozialer Filter</strong> <strong>in der Informationsflut</strong> beachten, nicht alles ist f&uuml;r eine gr&ouml;&szlig;ere Anzahl von Lesern relevant.</p>
<p><em>Ein weiteres Manko der Eigenwerbung: Sie macht schlechte Laune, wenn man sie betreibt. Zumindest geht es mir so. &Uuml;bertriebenes Marketing in eigener Sache hindert am freien Denken und Schreiben. </em></p>
<p>Trotzdem: Es w&uuml;rde mich freuen, wenn jemand, dem ein Text dieses Blogs gef&auml;llt, gelegentlich die drei Klicks auf sich nimmt, die es kostet, diesen per Lesezeichen oder sonst wie zu empfehlen. Danke.</p>
<p style="margin-top: 28px"><strong>Nachtrag, 19. Januar 2010:</strong> Danke an den <a href="http://seo2.0.onreact.com/">Herrn mit dem Sombrero</a> f&uuml;r den <a href="http://www.yigg.de/computer-und-technik/google-frisst-die-nische">Yigg-Eintrag</a>. Wie man sich sonst noch au&szlig;er Reichweite von Google man&ouml;vriert, zeigt &uuml;brigens eine nette <a href="http://rpzine.de/2010/01/ein-leben-ohne-google/">Satire von The Onion</a>.</p>
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<li><a href='http://rpzine.de/2009/03/mikrotexte-selbstvertextung-ich-mikroben-mein-twitter-start/' rel='bookmark' title='Mikrotexte, Selbstvertextung, Ich-Mikroben'>Mikrotexte, Selbstvertextung, Ich-Mikroben</a></li>
</ul></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Ohne Gesicht, nur ein Schemen im Internet</title>
		<link>http://rpzine.de/2010/01/ohne-gesicht-nur-ein-schemen-im-internet/</link>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 22:35:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dies ist der Abdruck meines Gesichts im Schnee. Ja, das Bild wirkt makaber, wie eine Totenmaske. Was soll der alberne Scherz? Nun, mit diesem Foto gibt es insgesamt drei von mir im Internet, von denen ich wei&#223;, dass sie existieren. Auf dem ... <a href="http://rpzine.de/2010/01/ohne-gesicht-nur-ein-schemen-im-internet/" title="weiter im Text">&#187;&#187;</a>
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</ul>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="border-right-width: 0px; margin: 0px 7px 0px 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px" title="Selbstportr&#228;t: mein Schneegesicht" src="http://rpzine.de/wp-content/uploads/2010/01/schneegesicht.jpg" border="0" alt="Selbstportr&#228;t: mein Schneegesicht" width="250" height="319" align="left" /></p>
<p><strong>Dies ist der Abdruck meines Gesichts</strong> im Schnee. Ja, das Bild wirkt makaber, wie eine Totenmaske. Was soll der alberne Scherz? Nun, mit diesem Foto gibt es insgesamt drei von mir im Internet, von denen ich wei&szlig;, dass sie existieren.</p>
<p>Auf dem ersten sieht man, aus einiger Entfernung, meinen Hinterkopf im Publikum eines Vortrags; ver&ouml;ffentlicht ist es auf der Website des Veranstalters. Auf dem zweiten, es befindet sich auf einer MySpace-Seite, bin ich im Alter von Anfang 20 zu sehen, ich sitze am Rand einer B&uuml;hne, auf der eine Band probt, die ich damals auf Tour begleitete (wer mich heute kennenlernt, w&uuml;rde, sollte er rein zuf&auml;llig darauf sto&szlig;en, mich darin wahrscheinlich nicht wiedererkennen). Und das dritte ist jetzt dieses Selbstportr&auml;t.<span id="more-355"></span></p>
<p>Nur das Blitzlicht und ein wenig Manipulation mit Photoshop machen mein Gesicht &uuml;berhaupt sichtbar, morgen schon wird der Rest von Neuschnee verdeckt und ausgel&ouml;scht sein. So l&auml;sst sich der Eindruck der Totenmaske noch ins Positive wenden: Eine solche Maske, die zwar wie jede Abbildung eines Menschen scheinbar die Anwesenheit einer Person festh&auml;lt, aber letztlich nur noch ihre Abwesenheit bezeichnen kann, gibt meinem Wunsch Ausdruck, zumindest visuell nur als nicht greifbares Schemen im Netz zu erscheinen.</p>
<p>Weniger pathetisch formuliert: Es w&uuml;rde mich beunruhigen, sowohl ein Impressum mit Name und Adresse f&uuml;r dieses Blog vorweisen zu m&uuml;ssen, wie es nach deutschem Recht Pflicht ist, als auch zugleich noch deutlich erkennbar auf einer Fotografie online pr&auml;sent zu sein. Das hie&szlig;e, die Nachteile von medialer Bekanntheit auf mich zu nehmen, ohne in den Genuss ihrer Vorz&uuml;ge zu kommen (einer der F&auml;lle, bei denen sich die &#8222;Freiheit&#8220; des Blog-Schreibens ins Gegenteil verkehrt). Denn wei&szlig; ich etwa, welchem Spinner ich in Zukunft noch auf die F&uuml;&szlig;e treten werde?</p>
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</ul></p>]]></content:encoded>
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		<title>Berliner Kohle-Winter in den 90er-Jahren</title>
		<link>http://rpzine.de/2009/12/berliner-kohle-winter-in-den-90er-jahren/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 14:50:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe mehrere Jahre in Berlin mit Kohle geheizt. Im ersten Winter nach dem Umzug sa&#223; ich noch gebannt vor der ge&#246;ffneten Ofenklappe, warf in die Glut, was nur irgendwie brennbar war. Doch die Faszination war bald verdampft. Briketts aus dem Keller ... <a href="http://rpzine.de/2009/12/berliner-kohle-winter-in-den-90er-jahren/" title="weiter im Text">&#187;&#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/UqjISZp4r1g&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/UqjISZp4r1g&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><strong>Ich habe mehrere Jahre</strong> in Berlin mit Kohle geheizt. Im ersten Winter nach dem Umzug sa&szlig; ich noch gebannt vor der ge&ouml;ffneten Ofenklappe, warf in die Glut, was nur irgendwie brennbar war. Doch die Faszination war bald verdampft. Briketts aus dem Keller in den vierten Stock zu schleppen erinnert nicht mal entfernt an Lagerfeuerromantik. Andere scheuten die M&uuml;he und blieben lieber gleich im Bett.</p>
<p>Rauch hing in den fr&uuml;hen 90er-Jahren &uuml;ber den Stra&szlig;en im Prenzlauer Berg, f&auml;rbte den <a href="http://rpzine.de/2009/12/etwas-besseres-als-der-dezember/">Berliner Winter</a> tr&uuml;ber, als er eh schon ist. Hie und da verschmorten M&uuml;lleimer, in denen hei&szlig;e Asche gelandet war, manchmal den ganzen Tag lang. Was niemand so recht interessierte. Die Feuerwehr aber war in der Frontstadt im Dauereinsatz. <span id="more-347"></span></p>
<p>In der Altbauwohnung legte sich Schwefel auf jedes M&ouml;belst&uuml;ck, denn richtig dicht waren die &Ouml;fen selten, und f&uuml;r Briketts besserer Qualit&auml;t fehlte das Geld. Wusch man sich abends die Haare, was ratsam war, wirkte das Waschbecken wie von Abwasser verdreckt. Ein Leben im Schlot.</p>
<p>Die Kohlenh&auml;ndler, die damals noch das Stra&szlig;enbild im Bezirk pr&auml;gten, schienen einem Charles-Dickens-Roman entstiegen. Und von den bulligen M&auml;nnern, die das Heizmaterial auslieferten, mit blo&szlig;en H&auml;nden die Treppen hinauf&#8209; oder hinuntertrugen, hie&szlig; es, sie w&uuml;rden betr&uuml;gen. Man m&uuml;sse sie genau kontrollieren, warnten die Stadtzeitungen den frisch Zugezogenen. Doch wer ihnen bei der Arbeit zusah, konnte die Schummelei fast nicht &uuml;belnehmen.</p>
<p>Es war eine Zeitreise, zur&uuml;ck in die hei&szlig;e Phase der Industrialisierung Deutschlands zur Jahrhundertwende. Wie man Braunkohle mit Raumfahrt-Technologie assoziiert, wie dieser westdeutsche <a href="http://www.youtube.com/watch?v=UqjISZp4r1g">TV-Spot</a> aus den 50er-Jahren, ist mir trotzdem ein R&auml;tsel. Ich vermisse den Kohleofen nicht, aber bei der Sitzung, in der man sich diese seltsame Werbung einfallen lie&szlig;, w&auml;re ich gern dabei gewesen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Voll subversiv: Lesen gef&#228;hrdet die Dummheit</title>
		<link>http://rpzine.de/2009/11/voll-subversiv-lesen-gefhrdet-die-dummheit/</link>
		<comments>http://rpzine.de/2009/11/voll-subversiv-lesen-gefhrdet-die-dummheit/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 13:16:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kunde A ist eine geduckte Gestalt. Er geht in einem Sexshop einkaufen, das ist gesellschaftlich nicht anerkannt. Der Ladeninhaber bietet Herrn A ein wenig Unterst&#252;tzung an: Die gekaufte Ware packt er in eine dunkle Plastikt&#252;te, die nicht verr&#228;t, was in ihr steckt. ... <a href="http://rpzine.de/2009/11/voll-subversiv-lesen-gefhrdet-die-dummheit/" title="weiter im Text">&#187;&#187;</a>
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<p><strong>Kunde B</strong> <strong>hat gut lachen.</strong> Er geht in einem Buchladen einkaufen, das ist gesellschaftlich anerkannt. Erhobenen Hauptes studiert er die dargebotenen Titel &ndash; darf es der neue von Walser sein? Oder etwa ein Fantasy-Roman, in dem auf knapp 1000 Seiten beschrieben wird, wie ein paar untersetzte Kreaturen mit Haaren auf den F&uuml;&szlig;en dem b&ouml;sen Zauberer Hassk&ouml;ter das Schwert der Monsterkraft entrei&szlig;en, wobei den Helden von der lieblichen K&ouml;nigin Katzenblume aus dem verwunschenen Reich der siebeneinhalb mal siebeneinhalb Nebel der Weg gewiesen wird, indem sie ihnen ihr Horoskop auslegt, das auf dem heiligen Buch von Edelschlund auf Pergament niedergeschrieben ist, das aus den Bl&uuml;tenbl&auml;ttern der Mondgurke gefertigt wird, die nur verarbeitet werden kann, wenn man bei Vollmond ganz doll von ihr tr&auml;umt? *<span id="more-331"></span></p>
<p><strong>Kunde C</strong> <strong>ist ahnungslos.</strong> Er wei&szlig; noch nicht, dass die Kreise, die gesellschaftliche Anerkennung zu&#8209; oder absprechen, ihm nahelegen, sich in einer Buchhandlung sehen zu lassen. Um diesen Kunden f&uuml;r ihre Produkte zu interessieren, leisten sich Verlage eine Marketing-Abteilung oder beauftragen gar eine Werbeagentur. Die dort besch&auml;ftigten Fachkr&auml;fte, die man &uuml;ber die Branche hinaus gern als &#8222;Kreative&#8220; bezeichnet, sitzen oft lange Tage zusammen, trinken exotische Kr&auml;utertees und gr&uuml;beln, wie sie den Kunden C an die Produkte ihres Auftraggebers heranf&uuml;hren k&ouml;nnen.</p>
<h4>Lesen &ndash; so subversiv wie rauchen</h4>
<p>Dabei entstehen gelegentlich gewitzte Ideen, wie die, die der oben abgebildeten Papiert&uuml;te zugrunde liegt. Als vor Kurzem der Verfasser dieses Blogs ein neu erworbenes Werk vom Buchh&auml;ndler seines Vertrauens darin eingepackt bekam, war er sehr erfreut &uuml;ber den darauf abgedruckten Slogan <strong>&#8222;Lesen gef&auml;hrdet die Dummheit&#8220;.</strong> Stolz trug er die T&uuml;te deutlich sichtbar vor sich her, er hatte sogar den Eindruck, dass die Akademikerinnen in den Stra&szlig;en in Berlin-Prenzlauer Berg entscheidende Sekunden l&auml;nger ihren Blick auf ihm ruhen lie&szlig;en.</p>
<p>Sp&auml;tabends, als er den Imagegewinn des Tages &uuml;berdachte, fiel ihm erst das Entscheidende an der T&uuml;te auf: der schwarze Rand, der den Schriftzug umgibt. Er &auml;hnelt nat&uuml;rlich dem des Warnhinweises auf einer Zigarettenschachtel.</p>
<p>&#8222;Alle Achtung, da haben sich unsere Kreativen ja was einfallen lassen!&#8220;, rief der Verfasser dieses Blogs aus, denn das an sich schon gewagte Verfahren des Bootlegs wurde hier auf die Spitze getrieben: Das Zitieren der Warnung vor dem Rauchen soll n&auml;mlich den Eindruck erwecken, Lesen als Versto&szlig; gegen die Dummheit sei etwas Subversives, etwas Unbequemes, etwas, das aneckt, wie man so gern formuliert.</p>
<p>Kein Wunder, sagte sich der Verfasser dieses Blogs, dass er auf einmal attraktiv auf Frauen wirkte, <strong>Subversion</strong> <strong>hat etwas Verwegenes, ja M&auml;nnliches an sich</strong> (das wei&szlig; jeder, der fr&uuml;her auf dem Schulhof die rauchenden Jungs aus der Ferne beobachtet und bewundert hat). Schade fand er nur, dass er bei den unbekannten Sch&ouml;nen wahrscheinlich wegen dieser Testosteron-Protzerei Gefallen gefunden hatte &ndash; nicht aber wegen seiner Liebe zur Literatur.</p>
<p style="margin-top: 30px;"><em>* Diesen Plot eines noch nicht geschriebenen Fantasy-Romans ver&ouml;ffentliche ich hiermit unter der Creative-Commons-Lizenz <a rel="nofollow" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de">by-nc-sa</a>. Unbeschr&auml;nkten Zugang auf mein geistiges Eigentum gew&auml;hre ich aber dem hoffnungsvollen Jungautor, dem es gelingt, die packende Story auf einen Zyklus von nicht unter 10.000 Seiten L&auml;nge auszuw&auml;lzen. W&uuml;nsche viel Erfolg!</em></p>
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		<title>1992, nein, 2012 kommt der Weltuntergang</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 18:39:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Auf die Kalender amerikanischer Ureinwohner bin ich nicht so gut zu sprechen. Ende der 70er-Jahre wurde ich als junger Mensch darauf vorbereitet, dass die Welt 1992 untergeht: Die Endzeit war angebrochen, ich hatte noch etwas mehr als ein Jahrzehnt zu leben &#8211; ... <a href="http://rpzine.de/2009/11/1992-nein-2012-kommt-der-weltuntergang/" title="weiter im Text">&#187;&#187;</a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="display: inline; margin-left: 0px; margin-right: 0px; border-width: 0px;" title="Quetzalcoatl kommt: Er ist sauer wegen des Humbugs, der von Esoterik-Gesch&#228;ftemachern mit der Maya-Kultur betrieben wird" src="http://rpzine.de/wp-content/uploads/2009/11/cartoon-quetzalcoatl-apokalypse.jpg" border="0" alt="Quetzalcoatl kommt: Er ist sauer wegen des Humbugs, der von Esoterik-Gesch&#228;ftemachern mit der Maya-Kultur veranstaltet wird" width="250" height="318" align="left" /></p>
<p><strong>Auf die Kalender amerikanischer Ureinwohner</strong> bin ich nicht so gut zu sprechen. Ende der 70er-Jahre wurde ich als junger Mensch darauf vorbereitet, dass die Welt 1992 untergeht: Die Endzeit war angebrochen, ich hatte noch etwas mehr als ein Jahrzehnt zu leben &ndash; so stand es zumindest in einem Buch &uuml;ber Indianer-Prophezeiungen, das meiner Gro&szlig;tante in die H&auml;nde gekommen war. Leidenschaftlich berichtete sie mir vom nahenden Ende. Die Dame war &auml;u&szlig;erst lebenslustig, pflegte aber als Hobby einen Hang zum D&uuml;steren und &Uuml;bersinnlichen. In ihrem B&uuml;cherschrank fand sich alles, was vielen Leuten den Verstand vernebelt: mittelalterliche Zauberb&uuml;cher, Nostradamus, Parapsychologie, Psi, Leben nach dem Tod, Erich von D&auml;niken.</p>
<p>Die Werke von D&auml;niken habe ich mir damals besonders gern von ihr ausgeliehen, waren sie doch eine Art Vorl&auml;ufer zu Mystery&#8209; und &#8222;Indiana Jones&#8220;-Filmen: voll mit unbeugsamen Forschern, die von der Wissenschaftler-Community ignoriert und verlacht werden, verschollenen St&auml;dten im Urwald, geheimnisvollen Schriften, die von der Redaktion der Bibel herausgek&uuml;rzt worden waren, und einem unausgesprochenen riesigen Vertrauen in die &Uuml;berlegenheit der westlichen Zivilisation, das fantasielose Spa&szlig;bremsen, die keine Anh&auml;nger der Pr&auml;astronautik sind, als Rassismus auslegen k&ouml;nnten (denn Fans dieser Pseudowissenschaft glauben zwar alles M&ouml;gliche, aber nicht, dass nicht europ&auml;ische Gesellschaften in vorgeschichtlicher Zeit ohne Entwicklungshilfe von Au&szlig;erirdischen irgendwelche Baudenkm&auml;ler hinbekommen h&auml;tten).<span id="more-326"></span></p>
<h4>Mit Schwingungen in die Endzeit: Apokalypse 2012</h4>
<p>Ich wei&szlig; heute nicht mehr, aus welcher &Uuml;berlieferung die Visionen vom Weltuntergang stammten, mit der mir meine Gro&szlig;tante Angst eingejagt hatte, aber 1992 muss man als Termin jedenfalls als widerlegt betrachten. Daf&uuml;r steht als N&auml;chstes 2012 an. Dann j&auml;hrt sich nicht nur der Untergang der &#8222;Titanic&#8220; zum 100. Mal, eine Flut von Ver&ouml;ffentlichungen auf dem Esoterik-Markt beschw&ouml;rt au&szlig;erdem den Anbruch einer &#8222;Wendezeit&#8220;, eines &#8222;Goldenen Zeitalters&#8220; oder gar eines &#8222;Dimensionswechsels&#8220;.</p>
<p><img style="display: inline; border-width: 0px;" title="Moai-Skulptur am Rano Raraku auf der Osterinsel" src="http://rpzine.de/wp-content/uploads/2009/11/osterinsel-rano-raraku-moai.jpg" border="0" alt="Moai-Skulptur am Rano Raraku auf der Osterinsel" width="400" height="266" /></p>
<p><span style="font-size: 85%;">2012 k&ouml;nnten laut D&auml;niken die au&szlig;erirdischen &#8222;G&ouml;tter&#8220; zur&uuml;ck auf die Erde kommen.<br />
Wenn wir bis dahin ihren Skulpturenpark auf der Osterinsel nicht aufger&auml;umt haben,<br />
gibt&#8217;s vermutlich Saures mit der Strahlenkanone. Foto: <a title="Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/bstabler/2472930569/">Brad Stabler</a> (<a title="Creative-Commons-Lizenz" rel="nofollow" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de">cc</a>)</span></p>
<p><strong>Den Stichtag f&uuml;r die Apokalypse</strong> lesen deren Verfasser aus dem Ende eines Zyklus im Kalendersystem der Maya heraus. &#8222;An das Jahr 2012 kn&uuml;pfen Esoteriker eine Heilserwartung, sie rechnen mit einer neuen &Auml;ra des Lichts, der Schwingungen oder der Kristalle, da hat jede Gruppe ihre eigene Metapher&#8220;, sagte der Maya-Forscher Nikolai Grube in einem <a href="http://www.zeit.de/2009/43/Interview-Nikolai-Grube?page=all">Interview</a> der &#8222;Zeit&#8220;. Andere sind pessimistisch und erwarten eine Katastrophe.</p>
<p>Dass das Thema viele bewegt, kann man schon an der Zahl von Reaktionen auf einen Beitrag des Astronomen Florian Freistetter auf <a href="http://www.scienceblogs.de/">ScienceBlogs</a> erkennen. Zu <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/01/kein-weltuntergang-am-21-12-2012.php">&#8222;Kein Weltuntergang am 21.12.2012&#8220;</a> haben sich mittlerweile &uuml;ber 1600 Kommentare angesammelt. Freistetter hat 2008 auch einen D&auml;niken-Vortrag besucht und in seinem <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/10/erich-von-daniken-gotterdammerung.php">Blog</a> auseinandergenommen, in dem ging es &ndash; o Wunder! &ndash; ebenfalls um 2012, das Jahr, in dem sich die Aliens mal wieder blicken lassen sollen.</p>
<h4>Ein Katastrophenfilm zur Esoterik-Welle</h4>
<p>Vielleicht ist Roland Emmerich ebenfalls mit Spukgeschichten aus der Fantasie jener aufgewachsen, denen die Moderne und ihre Wissenschaften als zu kalt und trostlos erscheinen. Den B&uuml;cherschrank meiner Gro&szlig;tante hat er jedenfalls in Teilen vergolden k&ouml;nnen. Mit &#8222;Stargate&#8220; hat der Regisseur 1994 die Pr&auml;astronautik als Aufh&auml;nger f&uuml;r einen Science-Fiction-Film gewinnbringend auf die Leinwand gebracht. Sein gerade angelaufener Katastrophenfilm lockt mit dem Titel <a href="http://www.2012derfilm.de/index.html">&#8222;2012&#8220;</a> auch die Freunde der Esoterik und Pseudowissenschaft ins Kino &ndash; h&auml;lt sich nicht lange mit angeblichen Weissagungen der Maya auf. Also nur Etikettenschwindel aus Gr&uuml;nden der Werbung, Bluff und Betrug? Das d&uuml;rfte f&uuml;r die Betroffenen nichts Unbekanntes sein.</p>
<p>Gemeinsam mit meiner Gro&szlig;tante h&auml;tte ich mir zu ihren Lebzeiten Emmerichs <a href="http://www.popularmechanics.com/technology/industry/4336701.html">Special-Effects-Inferno</a> &uuml;brigens nicht anschauen k&ouml;nnen. Sie hatte schon bei jedem Gewitter eine Heidenangst.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Bild-Credit:</strong> Der Cartoon von der Wiederkehr des<br />
Maya-Gottes Quetzalcoatl stammt von <a title="Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/labguest/4069651779/">Labguest</a> (<a title="Creative-Commons-Lizenz" rel="nofollow" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de">cc</a>)</p>
<div class="update">
<p><strong>Nachtrag, 18. November 2009:</strong> Auf <a title="&quot;'2012': Emmerich zwingt die NASA, den Weltuntergang zu dementieren&quot;" href="http://www.basicthinking.de/blog/2009/11/17/2012-emmerich-zwingt-die-nasa-den-weltuntergang-zu-dementieren/">Basic Thinkin</a>g ist zu lesen, dass die Marketing-Kampagne f&uuml;r &#8222;2012&#8220; wohl ein wenig zu &uuml;berzeugend geraten ist&#160;&#8211; mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_der_Welten#H.C3.B6rspiel">Orson-Welles-Effekt</a>: Die Nasa bekam massenhaft Anrufe von panischen Menschen mit der Frage, ob tats&auml;chlich eine Katastrophe drohe. Woraufhin die amerikanische Luft&#8209; und Raumfahrtbeh&ouml;rde eine extra FAQ-Webpage eingerichtet hat: <a href="http://www.nasa.gov/topics/earth/features/2012.html">&#8222;2012: Beginning of the End or Why the World Won&rsquo;t End?&#8220;</a>.</p>
<p><strong>Nachtrag, 19. Dezember 2009</strong>: <a href="http://einestages.spiegel.de/page/Home.html">Einestages</a>, das Kuriosit&auml;tenkabinett von SpOn, hat eine Galerie mit <a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/5589/irre_geht_die_welt_zugrunde.html">Endzeit-Prophezeiungen</a> zusammengestellt. Man erf&auml;hrt dort, welche &Auml;ngste der vermeintliche &#8222;Planet Nibiru&#8220; und den Halleysche Komet ausgel&ouml;st haben, von der Sorge um den &#8222;Millennium-Bug&#8220; zur Jahrtausendwende, von Charles Mansons Endkampf-Fantasien Ende der 60er-Jahre und den Wahnvorstellungen anderer Sekten, die es nicht in die Pop-Geschichte geschafft haben.</p>
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		<title>Wovor Martin Scorsese Angst hat</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Nov 2009 19:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Regisseur Martin Scorsese hat f&#252;r The Daily Beast seine Liste der &#8222;11 Scariest Horror Movies&#8220; aller Zeiten zusammengestellt. Darunter sind Standards wie &#8222;Exorzist&#8220; und &#8222;Shining&#8220;, aber auch &#8222;The Changeling&#8220; (1980), ein Horrorfilm von Peter Medak (siehe obiges Video), der mir als Jugendlichen ... <a href="http://rpzine.de/2009/11/wovor-martin-scorsese-angst-hat/" title="weiter im Text">&#187;&#187;</a>
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<p style="margin-top: 20px"><strong>Regisseur Martin Scorsese</strong> hat f&uuml;r <a href="http://www.thedailybeast.com/">The Daily Beast</a> seine Liste der <a href="http://www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2009-10-28/martin-scorseses-top-11-horror-films-of-all-time/full/">&#8222;11 Scariest Horror Movies&#8220;</a> aller Zeiten zusammengestellt. Darunter sind Standards wie &#8222;Exorzist&#8220; und &#8222;Shining&#8220;, aber auch &#8222;The Changeling&#8220; (1980), ein Horrorfilm von Peter Medak (siehe obiges Video), der mir als Jugendlichen ziemlich Angst eingejagt hat. Ich finde es bis heute unfair, dass man auch als selbst erkl&auml;rter Materialist gegen den Schrecken von Geisterhaus&#8209; und Spukgeschichten nicht immun ist. Via <a href="http://twitter.com/MediaStorm/status/5343250033">Mediastorm</a>.</p>
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		<title>Der Zombie-Flashmob. Und ein Flashback der 80er</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 20:52:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diese Zombies fressen nicht Hirn, sondern Protest. Foto: 1v0 (cc). Ich war in den 80er-Jahren Teenager, die Apokalypse-Fantasien der deutschen Friedensbewegung in der letzten Phase des Kalten Krieges fanden in mir als linken Jugendlichen einen dankbaren Abnehmer. Den Rest an Untergangsvisionen lieferten ... <a href="http://rpzine.de/2009/08/der-zombie-flashmob-und-ein-flashback-der-80er/" title="weiter im Text">&#187;&#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="display: inline; border-width: 0px;" title="Zombie-Flashmob, Berlin" src="http://rpzine.de/wp-content/uploads/2009/08/zombie-walk-berlin-1.jpg" border="0" alt="Zombie-Flashmob, Berlin" width="400" height="320" /></p>
<p><span style="font-family: Arial Narrow;">Diese Zombies fressen nicht Hirn, sondern Protest. Foto: </span><a href="http://www.flickr.com/photos/1v0/3868687578/"><span style="font-family: Arial Narrow;">1v0</span></a><span style="font-family: Arial Narrow;"> (</span><a rel="nofollow" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de"><span style="font-family: Arial Narrow;">cc</span></a><span style="font-family: Arial Narrow;">).</span></p>
<p><strong>Ich war in den 80er-Jahren Teenager</strong>, die Apokalypse-Fantasien der deutschen Friedensbewegung in der letzten Phase des Kalten Krieges fanden in mir als linken Jugendlichen einen dankbaren Abnehmer. Den Rest an Untergangsvisionen lieferten &#8222;Mad Max&#8220;- und Horrorfilme sowie die &#8222;Spiegel&#8220;-Lekt&uuml;re. Wenn etwa ein au&szlig;erplanm&auml;&szlig;iges Feuerwerk &uuml;ber meiner Heimatstadt donnerte, erwartete ich eine Schrecksekunde lang, von einem Atomschlag gegrillt zu werden. Oder, was als Vorstellung schlimmer war, mit anderen Strahlenopfern bald entstellt durch die Stra&szlig;e zu wanken.<span id="more-313"></span></p>
<p><img style="display: inline; border-width: 0px;" title="Zombie-Flashmob, Berlin" src="http://rpzine.de/wp-content/uploads/2009/08/zombie-walk-berlin-2.jpg" border="0" alt="Zombie-Flashmob, Berlin" width="400" height="320" /></p>
<p><span style="font-family: Arial Narrow;">Hallo, wir sehen aus wie die in den Nachrichten! Foto: </span><a href="http://www.flickr.com/photos/1v0/3867912647/"><span style="font-family: Arial Narrow;">1v0</span></a><span style="font-family: Arial Narrow;"> (</span><a rel="nofollow" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de"><span style="font-family: Arial Narrow;">cc</span></a><span style="font-family: Arial Narrow;">).</span></p>
<p>Vermutlich ber&uuml;hrt mich auch der Anblick der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die-in">Die-in</a>-Einlagen, die Darstellung massenhaften Todes und verst&uuml;mmelter Gestalten, der beim Berliner Zombie-Flashmob am vergangenen Wochenende Teil des Programms war, deshalb so eigent&uuml;mlich. Es ist ein Flashback aus den 80er-Jahren.</p>
<p>F&uuml;r die j&uuml;ngeren Flashmob-Teilnehmer sind neben Splatter-Filmen und <a href="http://myplay.com/videos/michael-jackson/thriller">Michael Jacksons &#8222;Thriller&#8220;-Video</a> wohl eher die Schreckensbilder aus den heutigen TV-Nachrichten eine Bildquelle f&uuml;r den spielerischen Umgang mit dem Massensterben.*</p>
<h4>Politik oder Spa&szlig;: Wem geh&ouml;rt die Stra&szlig;e?</h4>
<p>Als politischer Aktivist, der mit ernster Gesinnung sein Anliegen auf die Stra&szlig;e bringt, w&auml;re ich unter Umst&auml;nden ein wenig sauer auf den uners&auml;ttlichen Verbrauch (All you can eat!) aller erdenklichen Protestformen durch Flashmob-Spa&szlig;v&ouml;gel. Der Passant, der etwa mit einem falschen Leichenhaufen von Aids-Aktivisten konfrontiert wird, soll schlie&szlig;lich durch eine solche symbolische Aktion an die Krankheit erinnert werden, die in den Medien kaum bebildert wird &ndash; und nicht an tollpatschige Untote aus dem Mitternachtsfilm. (Dass Konkurrenz das Gesch&auml;ft belebt, gilt f&uuml;r die &Ouml;konomie der Aufmerksamkeit wohl nicht uneingeschr&auml;nkt.)</p>
<p>In einem <a href="http://www.mindsdelight.de/2920/bilder-und-bericht-vom-heutigen-zombieflashmob-in-berlin/">Blog-Bericht</a> las ich nun, dass am Potsdamer Platz zwischen Flashmob und Politik ein Kampf um die Besetzung des &ouml;ffentlichen Raums entbrannt ist. Die Zombies stie&szlig;en dort auf einen Stand der Gr&uuml;nen, die die Passanten ihrerseits einer brutalen musikalischen Folter aussetzten: Von einer benachbarten B&uuml;hne drang Mittelalter-Musik in einer Lautst&auml;rke, gegen die die Flashmob-Beschallung erst mal nicht ankam.</p>
<p>Die Musiker seien dann aber so kulant gewesen, ihren Auftritt kurz zu unterbrechen: Nur einen Moment lang diesen f&uuml;rchterlichen Ausdruck der Technik&#8209; und Moderne-Feindlichkeit der deutschen &Ouml;ko-Bewegung zum Verstummen gebracht zu haben&#160;&#8211; politischer kann eine vermeintliche Spa&szlig;-Aktion kaum sein.</p>
<p style="text-align: right;">Mehr Fotos im <a href="http://www.flickr.com/photos/1v0/sets/72157622053665779/">Flickr-Album von 1v0</a>. Via <a href="http://www.iheartberlin.de/2009/08/30/the-zombie-walk/">iHeartBerlin</a>.</p>
<p style="margin-top: 28px;"><strong>Nachtrag, 4. November 2009:</strong> Im Nachhinein betrachtet, ist es grob vereinfachend, die Weltuntergangsangst im Westdeutschland der fr&uuml;hen 80er-Jahre in erster Linie der Friedensbewegung anzulasten (wie ich das im ersten Absatz getan habe). Nach dem Scheitern der Abr&uuml;stungsverhandlungen zwischen den USA und der UdSSR und der Nachr&uuml;stung mit Raketen auf beiden Seiten war die Stimmung damals aus gutem Grund am Boden. Daran hat mich ein Artikel &uuml;ber das sowjetische Atomwaffen-Kontrollsystem Perimetr erinnert, den ich vor Kurzem als <a href="http://rpzine.de/2009/10/atomare-weltuntergangsmaschine/">Lesetipp </a>verlinkt habe.</p>
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		<title>Blog-Empfehlung: A Journey Round My Skull</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 18:15:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betroffenheitslyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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		<description><![CDATA[Cyril E. Power: &#8222;The Merry-Go-Round&#8220;, circa 1929&#8211;1930. Quelle: A Journey Round My Skull (cc). Meine ersten Leseabenteuer als Kind waren ein Experiment in Selbstdisziplinierung. Alle paar Seiten gab es, das wusste ich, eine Illustration zu bewundern. Vorzubl&#228;ttern hatte ich mir aber selbst ... <a href="http://rpzine.de/2009/08/blog-empfehlung-a-journey-round-my-skull/" title="weiter im Text">&#187;&#187;</a>
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</ul>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="border-right-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px" title="Buchillustration" src="http://rpzine.de/wp-content/uploads/2009/08/buchillustration.jpg" border="0" alt="Buchillustration" width="300" height="303" /></p>
<p><span style="font-family: Arial Narrow;">Cyril E. Power: &#8222;The Merry-Go-Round&#8220;, circa 1929&#8211;1930.<br />
Quelle: </span><a href="http://www.flickr.com/photos/ajourneyroundmyskull/3824132550/"><span style="font-family: Arial Narrow;">A Journey Round My Skull</span></a><span style="font-family: Arial Narrow;"> (</span><a rel="nofollow" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en"><span style="font-family: Arial Narrow;">cc</span></a><span style="font-family: Arial Narrow;">).</span></p>
<p><strong>Meine ersten Leseabenteuer</strong> <strong>als Kind</strong> waren ein Experiment in Selbstdisziplinierung. Alle paar Seiten gab es, das wusste ich, eine Illustration zu bewundern. Vorzubl&auml;ttern hatte ich mir aber selbst verboten, also musste ich mich erst brav durch Textw&uuml;sten k&auml;mpfen, bis die n&auml;chste Befriedigung auf meine Augen wartete.</p>
<p>Selbstdisziplin und Ausdauer beim Lesen sind bekannterma&szlig;en nicht die Tugenden des Internetnutzers. Und so freut es mich, dass ein namenloser selbst erkl&auml;rter Buchfetischist die sch&ouml;nsten und interessantesten Buchillustrationen und&#160;&#8211;cover aus seiner Sammlung heraussucht und in seinem Blog <a href="http://ajourneyroundmyskull.blogspot.com/">A Journey Round My Skull</a> ver&ouml;ffentlicht.<span id="more-303"></span></p>
<p>Man sieht dort, wie Illustratoren in den vergangenen Jahrzehnten Anleihen an s&auml;mtliche Kunstrichtungen und k&uuml;nstlerische Techniken des 20. Jahrhunderts in das Format von Buchseiten gebracht haben: etwa Konstruktivismus, Pop-Art, Collage. Surrealistische tschechische Kinderbuch-Illustrationen fehlen dabei nat&uuml;rlich nicht.</p>
<p>Abgesehen von der Buchkunst geh&ouml;ren gerade die <a href="http://ajourneyroundmyskull.blogspot.com/2008/10/tadanori-yokoo-posters.html">Poster von Tadanori Yokoo</a> zu meinen Favoriten. Der japanische Grafikdesigner hat in den 70er-Jahren auch Plattencover f&uuml;r die Beatles und Miles Davis gestaltet.</p>
<p><strong>Vorherige Blog-Empfehlung:</strong> <a href="http://rpzine.de/2009/07/blog-empfehlung-jihadica/">Jihadica</a>.</p>
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</ul></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mikrotexte, Selbstvertextung, Ich-Mikroben</title>
		<link>http://rpzine.de/2009/03/mikrotexte-selbstvertextung-ich-mikroben-mein-twitter-start/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 19:43:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betroffenheitslyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Boheme]]></category>
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		<category><![CDATA[Mikrotexte]]></category>
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		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie viele elektronische Ich-Mikroben soll man sein? Foto: Malik ML Williams (cc) Nach den ersten drei Tweets wusste ich schon: Twitter ist genau mein Medium. Die Beschr&#228;nkung auf 140 Zeichen verpflichtet auf Pr&#228;zision; die Schnelligkeit und Bruchst&#252;ckhaftigkeit kommt der Weise entgegen, wie ... <a href="http://rpzine.de/2009/03/mikrotexte-selbstvertextung-ich-mikroben-mein-twitter-start/" title="weiter im Text">&#187;&#187;</a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="border-top-width: 0px; display: inline; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-right-width: 0px" title="Vervielfachung der Ich-Mikroben" src="http://rpzine.de/wp-content/uploads/2009/03/vervielfachung.jpg" border="0" alt="Vervielfachung der Ich-Mikroben" width="400" height="235" /></p>
<p><span style="font-family: Arial Narrow;">Wie viele elektronische Ich-Mikroben soll man sein?<br />
Foto: </span><a href="http://www.flickr.com/photos/brothaloveimages/1227821131/"><span style="font-family: Arial Narrow;">Malik ML Williams</span></a><span style="font-family: Arial Narrow;"> (</span><a rel="nofollow" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/deed.de"><span style="font-family: Arial Narrow;">cc</span></a><span style="font-family: Arial Narrow;">)</span></p>
<p><strong>Nach den ersten drei Tweets</strong> wusste ich schon: Twitter ist genau mein Medium. Die Beschr&auml;nkung auf 140 Zeichen verpflichtet auf Pr&auml;zision; die Schnelligkeit und Bruchst&uuml;ckhaftigkeit kommt der Weise entgegen, wie Informationsstr&ouml;me mich als datenverarbeitendes System durchqueren: beim Lesen eines Buches und auf dem Computermonitor zu Hause, beim Recherchieren im Redaktionsb&uuml;ro, auch beim Wahrnehmen von Fremden auf der Stra&szlig;e. <span id="more-243"></span></p>
<p>Das soll keine freudige Bejahung dieses Zustands als Medienmensch sein, es ist zun&auml;chst eine Bestandsaufnahme &ndash; und eine Aufforderung, auch den kleinsten Erscheinungen, die meine Aufmerksamkeit erregen, Beachtung und Bearbeitung zukommen zu lassen.</p>
<p>Gewiss, mit der Selbstvertextung im Netz reagiert man auf den Aufruf an jedermann, kreativ, ein K&uuml;nstler zu sein. Damit und mit der Vervielf&auml;ltigung von Ich-Mikroben in sozialen Netzwerken zeigt man zun&auml;chst einmal nur eines: dass man willens ist, sich ans Fl&uuml;chtige anzupassen, flexibel, aber nicht unmotiviert zu sein, kommunikativ, aber nicht aufdringlich. Ein Freelancer, der zumindest so tut, als sei er voll besch&auml;ftigt.</p>
<p>Das klingt vielleicht negativer, als es ist. Wer w&uuml;nscht sich schon ins Couchpotato-Dasein zur&uuml;ck, am sogenannten Feierabend als Konsument vor dem Empfangsger&auml;t der Einwegkommunikation?</p>
<p><strong>Auf Text for Robots</strong> finden sich meine Twitter-Updates in der Seitenleiste. Der Credit f&uuml;r das <a href="http://alexking.org/blog/2009/02/18/twitter-tools-16">WordPress-Plugin Twitter Tools</a>, das ich daf&uuml;r verwende, geht an den Entwickler Alex King. Wer m&ouml;chte, kann sich als &#8222;Follower&#8220; f&uuml;r <a href="https://twitter.com/Mikrotexte">Mikrotexte</a> hinzuf&uuml;gen. Dort wird es nicht nur Refrains aus Postmoderne-Gassenhauern geben, sondern auch Links zu Themen aus Medien, Kunst, Politik, Blogs und Sonstigem, das mir auf den Schirm kommt.</p>
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