Politik
Ein einsamer Diktator gegen Millionen (ein Split Screen auf Al Jazeera)
Mubarak redet und redet, und trotz der Übersetzung von Al Jazeera English verstehe ich nicht ganz, welchen Sinn die Worte des Präsidenten im ägyptischen Fernsehen ergeben. Die Menschenmenge am Tahrir-Platz weiß dagegen die Rhetorik zu deuten, Sprechchöre ertönen: „Hau ab, hau ab!“
WikiLeaks-Diskussion in der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin, 8. Februar 2011
Veranstaltungshinweis: „Whistleblowing, WikiLeaks und die neue Transparenz“, eine Podiumsdiskussion mit Daniel Domscheit-Berg (OpenLeaks), Constanze Kurz (CCC) und Konstantin von Notz (Grüne) in der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin, 8. Februar, 20 Uhr.
Erlebnisbericht: US-Fotograf in Kairo attackiert
Gewalt gegen Journalisten in Kairo: „Die Täter kommen aus beiden Lagern, sind Anhänger und Gegner Mubaraks“, schreibt SpOn. Andrew Burton, ein amerikanischer Fotograf, der sich als Freelancer in die Hauptstadt Ägyptens aufmachte, bekam es am umkämpften Tahir-Platz jedenfalls mit Anhängern des Regimes zu tun.
Kaveh: „Nur ein Augenblick? (Antwort auf Harris)“
Der Berliner Rapper Harris habe mit „Nur ein Augenblick“ die „Integrationsdebatte auf den Punkt gebracht“, las ich im „Stern“. Vom „Spiegel“ wurde er interviewt, und selbst die „Tagesthemen“ hatten ein paar Sekunden für ihn Zeit. Mit Zeilen wie „Schäm dich, über Deutschland … »»
„Wutbürger“: Eine Prämie für Polemik
Anatol Stefanowitsch meint, die Gesellschaft für deutsche Sprache habe bei der Verwendung des Wortes „Wutbürger“ durch „zahlreiche Zeitungen und Fernsehsender“ etwas missverstanden. Polemik gegen den Protest stehe hinter dem „Wort des Jahres 2010“, ein Versuch, die „Protestierenden pauschal abzuurteilen“.
Mark Terkessidis: „Herkunft macht keinen Fachmann“
In der Berliner Gazette kritisiert der Rassismus-Forscher Mark Terkessidis das deutsche Bildungssystem. Der Autor, dessen Vater aus Griechenland stammt, berichtet, welchen „Zuschreibungen“ er als Schüler mit Migrationshintergrund ausgesetzt war.
IGEL: Mehr Transparenz in der Debatte über das Leistungsschutzrecht
Die Debatte über das Leistungsschutzrecht für deutsche Presseverleger war bisher mühsam zu verfolgen, sie fand über viele Blogs verteilt statt. Mit IGEL, der Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht, ging nun ein gut gemachtes Portal an den Start, das eine „zentrale Informationsquelle“ bieten soll.
Das CIA-Gerücht im Infokrieg – Julian Assanges falsche Freunde
Julian Assange ist das Gesicht von WikiLeaks, seine Anhänger versuchen, ihn von Vergewaltigungsvorwürfen reinzuwaschen. Aber Propaganda im „Infokrieg“, die sich dabei auf CIA-Gerüchte von Verschwörungstheoretikern beruft, gefährdet die Reputation der Whistleblowing-Plattform.
JMStV: Vom Nachrichtenwert des gut inszenierten Abgangs
Heute rasten Empörung und Aufregung wie ein Tsunami durch die Blogs. Die Novellierung des JMStV war Topthema auf Rivva. Viele, ich zähle mich auch dazu, haben wohl auf ein Mal realisiert, dass das Gesetz nicht irgendein skurriles Bedrohungsszenario ist, mit dem man sich auf Netzpolitik-Seiten herumschlägt, sondern ab Anfang 2011 Wirklichkeit wird. Höchstwahrscheinlich, wie es im Augenblick aussieht.
JMStV: „undurchführbar und katastrophal“
Die Kanzlei Schwenke & Dramburg hat „17 Fragen zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag“ zusammengestellt. Ihre Einschätzung: „Das Gesetz wird von großen Teilen der Netzgesellschaft, Politikern, Juristen und Medienpädagogen als undurchführbar und in Auswirkungen für die unsere Kultur und Demokratie als katastrophal angesehen.“
