Schreiben
Das Geschlecht von Blog (und die Rache des Internets)
Wenn ich beruflich die Texte anderer verarzte, sorge ich dafür, dass diese in der Internet-Gemeinde nicht zu Verärgerung führen können. Ach ja, „Internet-Gemeinde“ gehört zu den Ausdrücken, die ich den Autoren oder Redakteuren auszureden versuche. Keine Diskussionen gibt es bei dem Genus des Substantivs „Blog“: Das ist ein Neutrum, man sagt oder schreibt „das Blog“, so habe ich es online gelernt – obwohl der Duden bei Blog neben dem dominanten sächlichen Geschlecht auch das männliche erlaubt.
Der Traum des Textsklaven vom Autor
Stefan Ripplinger notiert zum Konflikt „Autor vs. Texter“ in einem Blog-Beitrag auf Jungle-World.com: Der Autor ist entmachtet, es gibt nur noch Texter. Der Autor war ein Gockel, der sich der Urheber seines Geschreibes wähnte und sich wie ein Demiurg gebärdete. Goethe! George! … »»
Google-Blues: Wo bleibt der Long-Tail-Effekt?
Vergangenen Dezember fiel mir auf, dass der von Google erzeugte Traffic auf meinem Blog einen neuen Tiefststand erreicht hatte. Meine Vermutung damals: Das ist eine erste Auswirkung der personalisierten Suche, die Google ungefragt als Standard für jeden Nutzer eingeführt hat und ihm … »»
Mikrotexte, Selbstvertextung, Ich-Mikroben
Wie viele elektronische Ich-Mikroben soll man sein? Foto: Malik ML Williams (cc) Nach den ersten drei Tweets wusste ich schon: Twitter ist genau mein Medium. Die Beschränkung auf 140 Zeichen verpflichtet auf Präzision; die Schnelligkeit und Bruchstückhaftigkeit kommt der Weise entgegen, wie … »»
Neologismen und sprachliche Neonreklame
Ich bin kein Freund von Neologismen, auf Deutsch: Wortneuschöpfungen, in journalistischen Texten. Wenn ich in der Redaktion an Artikeln anderer sitze, dann versuche ich oft, die Autoren zur Änderung zu bewegen. Ich weiß sehr wohl, dass Neubildungen eine Antwort auf das Problem … »»
Nietzsche, Tom Wolfe und das Brüllen der Typografie
Ich war auf der Suche, ob ich irgendwo im Netz eine Version von Tom Wolfes Surfer-Story „Pump House Gang“ abgreifen kann, meine Fotokopien des Textes sind in Strömen von Papier spurlos verschwunden. Leider war auch online nichts zu finden. Stattdessen entdeckte ich … »»
SMS fressen Seelen auf
Foto: Gwaar (cc) Es gibt Tage, da versteht mich mein Handy überhaupt nicht, ich meine das System T9, von Profis auch „Text on 9 keys“ genannt. Jedes Wort, das ich beim SMS-Schreiben eingebe, erkennt es nicht, und ich muss mühsam auf einen … »»
Ein Blitzkrieg gegen die Schreibblockade
Schreiben, das echte, muss extrem spannend sein, sagt jemand wie ich, der wohl eher tippt, Textdateien öffnet, speichert, in Ordner verschiebt. Und sich dabei ziemlich unheroisch verhält. Das blitzkriegartige Bombardement durch Ideen zu bändigen und schreibend zu formen, das innere Erlebnis der … »»
Spam-Streik der Nigeria-Connection
Ich bekomme fast keine Spam-Mails mehr, seit etwa zwei Wochen herrscht Ruhe im Isotank meines GMX-Accounts. Dass sie mir fehlen, durfte ich vor drei Tagen bemerken: Da verhakte sich doch noch mal eine E-Mail im Spam-Filter – hungrig nach Neuigkeiten öffnete ich sie … »»
Schreiben auf Altpapier
Ich mag die wackligen Bücherstapel und Magazintürme, die in meiner Wohnung jede unbedachte Bewegung zu einer riskanten Aktion machen. Sollen sie doch zusammenstürzen, die zwischen die Seiten geklemmten Notizzettel auf den Boden ergießen, vielleicht entsteht daraus eine neue „diskursive Formation“. Michel Foucault … »»
