soziale Praxis
Online-Diskussionen zum Verrückt-Werden
Paranoia live: Es ist kurz nach 22 Uhr, plötzlich öffnet sich die Tür der Straßenbahn. Eine Frau tritt ein und beginnt lautstark einen Monolog. Ihre Stimme ist klar, wirr dagegen der Inhalt ihres Vortrags: Geheimdienste, Gedankenkontrolle, Strahlen. Die Begegnung am Berliner Alexanderplatz erinnert an manche Online‑“Diskussion“.
„Mitgefangen, mitgehangen“, kichert man auf Facebook
Wann machen wir endlich Ernst mit dem Internet? Das frage ich mich jedes Mal, wenn ich mich bei Facebook einlogge. Die „Diskussionen“, die ich dort auf der Timeline überfliege, sind in einem traurigen Zustand – verglichen mit vielem, was ich sonst im Netz verfolge.
Kino-Schrecken: Die Qual der Platzwahl
Foto: Jelle Druyts (cc) Vorfreude und Befürchtungen hielten sich die Waage, wenn ich in meiner Heimatstadt, 100.000 Einwohner groß mit Eingemeindungen, ins Kino ging. Oft war der Ton zu leise, doch schlimmer noch: Nicht selten saßen Leute mit intensiven Körperausdünstungen um einen … »»
Etwas Besseres als der Dezember
Robert Henri: „Snow in New York“ (Wikimedia) In Berlin fahren zwar eher selten Pferdewagen durch die Gegend, und Schnee liegt noch nicht, aber das vor über 100 Jahren gemalte Bild „Snow in New York“ des amerikanischen Künstlers Robert Henri bringt die Tristesse, … »»
Alle sind auf Facebook, auch der Widerstand
Die elektronische Einsamkeit alter Schule. Foto: S.S.K. (cc) Ich liebe die Textgattung „Ich habe mich lange erbittert gegen Facebook gewehrt, doch dann wurde ich schwach, und es ist gar nicht so schlimm“. Allerdings habe ich bisher noch nirgendwo eine Version dieser Rechtfertigungsrede … »»
Gewalt, Risiko, Wünsche: Die Zukunft ist 15 Jahre alt
Mikrotexte Die One-Person-Trend-Story um den 15-Jährigen Stanley-Morgan-Praktikanten Matthew Robson geistert gerade durch Blogs und Presse. Aus seinen Konsumgewohnheiten lese man die Umwertung aller Werte heraus, heißt es da teilweise, zumindest was die Mediennutzung betrifft. Das Ende des Print-Journalismus sei nah. Viel Last … »»
Die Frau in Rot und der Mann mit der Kamera
Eine Frau, Mitte 30, ganz in Rot gekleidet, saß auf einem Barhocker an einem einzelnen Tisch. Sie wandte den Menschen, die das Café in Prenzlauer Berg betraten und zur Theke gingen, den Rücken zu – doch nur halb, sodass die anderen Gäste einen … »»
Songs für die Partys von morgen
Eine seltsame Vorstellung: beim Hören von Musik allein zu sein. Auch wenn ich, durch den MP3-Player scheinbar von der Umwelt isoliert, auf der Straße gehe, mit Lieblingssongs oder Neuentdeckungen im Ohr, werde ich bald mehr als einer. Da sind der Freund, die … »»
Schreiben auf Altpapier
Ich mag die wackligen Bücherstapel und Magazintürme, die in meiner Wohnung jede unbedachte Bewegung zu einer riskanten Aktion machen. Sollen sie doch zusammenstürzen, die zwischen die Seiten geklemmten Notizzettel auf den Boden ergießen, vielleicht entsteht daraus eine neue „diskursive Formation“. Michel Foucault … »»
Ihr Bild, mein Körper, eine Ansteckung
Sam Taylor-Wood – „Hysteria“ (1997) Sam Taylor-Woods Video „Hysteria“ liefert eine Ton-Bild-Schere anderer Art. Man sieht das Gesicht einer Frau, einen Ausdruck unbeherrschter, exzessiver Emotionen, der vom Lachen zum verzweifelten Schreien übergeht – allerdings bleiben die Bilder stumm. Im „Selbstversuch“ als Betrachter scheinen mir … »»
