Straßenszene
Berliner Kohle-Winter in den 90er-Jahren
Ich habe mehrere Jahre in Berlin mit Kohle geheizt. Im ersten Winter nach dem Umzug saß ich noch gebannt vor der geöffneten Ofenklappe, warf in die Glut, was nur irgendwie brennbar war. Doch die Faszination war bald verdampft. Briketts aus dem Keller … »»
Etwas Besseres als der Dezember
Robert Henri: „Snow in New York“ (Wikimedia) In Berlin fahren zwar eher selten Pferdewagen durch die Gegend, und Schnee liegt noch nicht, aber das vor über 100 Jahren gemalte Bild „Snow in New York“ des amerikanischen Künstlers Robert Henri bringt die Tristesse, … »»
Sieben Mal Prenzlauer Berg: Der Untergrund lebt
Widerstand. Zwischen den Treppenaufgängen zum U-Bahnhof Eberswalder Straße proklamiert ein hochgewachsener Punk mit erregter Stimme: „Katzen sind Anarchisten, die kann man nicht erziehen.“ Dabei zerrt er seinen Hund an der Leine immer wieder zu sich. Seine einzige Zuhörerin, eine gebrechlich wirkende, alte … »»
Als Geisel der Frühlingsgefühle
Foto: Adam Piggott (cc) Die Häuser im Prenzlauer Berg scheinen immer mehr Menschen freizulassen, und ja, die Straßen dehnen sich aus, um die vielen aufzunehmen – so breit waren sie vor einem Monat noch nicht. Die Kollwitzstraße, an der ich den ersten Kaffee … »»
Die Stadt ist eine Frau
Foto: James Jowers/George Eastman House Ein geglückter Snapshot im entscheidenden Augenblick oder gestellt? Die Bildidee jedenfalls macht klare Ansagen: Die Gesichtszüge dieser Frau in der Großstadt sind verschwommen, unscharf, im Unterschied zu den Bildbotschaften, die sie dort im Vorübergehen scheinbar imitiert. Zu … »»
Berlin am Rand der Massenkarambolage
Pure Pein stand im Gesicht des jungen Mannes, der durch die Menschenmenge direkt auf mich zustürzte, eine Kollision schien unvermeidbar. Sein Gesichtsausdruck machte klar: Er war nicht einverstanden mit dem Weg, den sein Körper eingeschlagen hatte, doch er fühlte sich ihm ausgeliefert. … »»
Das Taumeln der Wünsche am Hackeschen Markt
Foto: Thomas Hawk (cc) Sie kommt aus dem Schuhgeschäft geschossen, die Plastiktüte mit der eben erworbenen Ware im festen Griff. Entschlossen stürmt sie nach rechts, die Rosenthaler Straße hinauf, doch wenige Schritte nur, und schon strauchelt sie, fast scheint es, als würde … »»
