Die Reeperbahn in den 50er-Jahren, kurz bevor die Beatles nach Hamburg kamen, um an der Großen Freiheit ihre Weltkarriere zu starten. Wenn diese seltsame englischsprachige Dokumentation tatsächlich eine repräsentative Auswahl der Nachtschwärmer zeigt, die sich damals im Hamburger Rotlichtviertel herumgetrieben haben, kann man sich vorstellen, dass die Konzerte der Jungs aus Liverpool zu lustigen Eskapaden führten.
Bitterböse ist der Einstieg des Films: Zur subjektiven Kamera, die sich schnell durch die Neon-Kulisse bewegt, hört man marschierende Stiefel aus dem Off. Im Nachtleben würden sich die Deutschen die Erinnerung an ihre Nazi-Vergangenheit wegtrinken, kommentiert der Sprecher. Das ist, wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, sicher keine falsche Unterstellung. Trotzdem sieht man auch Gesichter nicht deutscher Herkunft unter den Vergnügungssüchtigen.
Konfrontiert mit dem ehemaligen Feind, ist beim Kameramann auf alle Fälle die Hemmschwelle gefallen, er hält gnandenlos drauf – auf einsame Trinker und knutschende Pärchen, streitlustige Macker und gestrandete Exzentriker in St. Pauli. Manche stellen sich dem Duell mit dem Objektiv, andere lassen sich kleine Kunststücke einfallen, die sie darbieten, soweit sie noch aufrecht stehen können. Klar ist: Für diese Leute war es eine ungewohnte Erfahrung, gefilmt zu werden.









