Kick den alten Roboter

Mein Blog war ein Schrotthaufen. Jetzt wird aufgeräumt

Richtig gesehen, nach Jahren lässt sich hier wieder mal ein Artikel blicken. Und nicht nur das, ich arbeite gerade an einem Neustart der Website. In der Zeit, die mittlerweile vergangen ist, hat sich einiges getan, das den Betrieb eines Blogs als irrwitzig erscheinen lässt. Eine Abmahnwelle nach der anderen rollte durchs Netz. Ein absurdes Lobbyisten-Produkt wie das Leistungsschutzrecht für Presseverleger wurde verabschiedet. Und im April vorigen Jahres attackierte ein Botnet Zehntausende von WordPress-Nutzern.

Löschen oder weitermachen: Keine einfache Entscheidung, ich habe sie lange aufgeschoben. Ein unbeaufsichtigtes Blog aber ist wie eine Tonne Sondermüll, die in einer Abstellkammer vor sich hin brodelt. Wie viel Altlasten lagern im Archiv? Irgendwann zischt es aus der dunklen Ecke so laut, dass etwas getan werden muss. So weit ist es jetzt. [Weiterlesen...]

Rainald Goetz über „radikalen Feuilletonismus“

Nicht lockerlassen: Im Umblätterer, dem Fachblog für Rainald-Goetz-Studien¹, wurde an ein „Betriebsjubiläum“ erinnert: „Vor 30 Jahren begann die Feuilletonmanie“ des Schriftstellers. Goetz selbst nahm die Gelegenheit wahr, in einem Kommentar zu diesem Artikel zu beschreiben, worin für ihn die Schönheit des „radikalen Feuilletonismus“ liege und warum die heutige „FAZ“ dagegen eher „Kitsch“ biete². [Weiterlesen...]

Maya-Älteste: Weltuntergang 2012? Nicht mit uns!

Kopf einer Maya-Skulptur, konstrastreich

Dem Ende ein Ende: Meine letzte Beschwerde über den Apokalypse-2012-Wahn ist schon länger her. Nun amüsiert es mich, in der „Basler Zeitung“ zu lesen, Abgesandte der heutigen Maya hätten im August bei einer Esoterik-Konferenz in Zürich „Entwarnung“ gegeben. Weltuntergangs-Prophezeiungen, die auf dem Kalender ihrer Ahnen beruhen, erteilten sie eine Absage.

Der Autor des Artikels bemängelt allerdings den fehlenden „Informationsgehalt“ in den Vorträgen der Maya-Ältesten aus El Salvador und Guatemala: „In jedem zweiten Satz war unspezifisch von Liebe, Harmonie, spiritueller Energie und Kosmos die Rede“, kritisiert er. Tatsächlich ein unerhörter Affront gegen das versammelte Publikum – gerade in kosmisch beschwingten Kreisen sind doch ein präziser Gebrauch der Sprache und kristallklare Argumentation üblich, oder?

Foto: Lamazone (cc)

Lorem ipsum dolor sit amet (Hajos Apple-Bashing)

Eines muss man Spiegel Online (SpOn) zugestehen: Die Redaktion weiß, wie man den Traffic auch an einem Sommerwochenende zum Brummen bringt. Indem man mal schnell Hajo Schumacher, angeblich „Ex-Fan“ der Marke, einen Apple-Bashing-Text schreiben lässt, der auf kein Reizwort oder Vorurteil der Gegner des Konzerns und seiner Kunden verzichtet: Snobismus, Möchtegern-Hipstertum, Sektierertum, Drogensucht. Und schon tippen sich die Leser brav in Rage oder klicken den Rant ihren Facebook-Freunden in die Timeline, bis der Like-Button knirscht (mehr als 10.000 Empfehlungen bis Sonntagabend). [Weiterlesen...]

Das Geschlecht von Blog (und die Rache des Internets)

Wenn ich beruflich die Texte anderer verarzte, sorge ich dafür, dass diese in der Internet-Gemeinde nicht zu Verärgerung führen können. Ach ja, „Internet-Gemeinde“ gehört zu den Ausdrücken, die ich den Autoren oder Redakteuren auszureden versuche. Keine Diskussionen gibt es bei dem Genus des Substantivs „Blog“: Das ist ein Neutrum, man sagt oder schreibt „das Blog“, so habe ich es online gelernt – obwohl der Duden bei Blog neben dem dominanten sächlichen Geschlecht auch das männliche erlaubt. [Weiterlesen...]